Johanna Sebus und das Hochwasser von 1809
30
Mai

Johanna Sebus und das Hochwasser von 1809

Beschreibung Der 3. Band der Reihe „Beiträge zur klevischen Geschichte“ umfasst 160 Seiten und enthält zwei große Beiträge, die Johanna Sebus und die Hochwasserkatastrophe von 1809 betreffen. Im ersten Beitrag setzt die Historikerin Helga Ullrich-Scheyda...

Beschreibung

Der 3. Band der Reihe „Beiträge zur klevischen Geschichte“ umfasst 160 Seiten und enthält zwei große Beiträge, die Johanna Sebus und die Hochwasserkatastrophe von 1809 betreffen. Im ersten Beitrag setzt die Historikerin Helga Ullrich-Scheyda sich mit der Figur der Johanna Sebus auseinander. Dabei geht es nicht so sehr um das Mädchen selbst, das am 13. Januar 1809 bei der Rettung von Personen, die in der Nähe der Spoyschleuse vom Hochwasser bedroht wurden, im Alter von nur 17 Jahren ihr Leben verlor, sondern vielmehr um ihr Nachleben. Ihr heldenhafter Auftritt und ihr dramatischer Tod erhielten zunächst keine besondere Aufmerksamkeit, aber dies änderte sich, als der damalige Unterpräfekt des Arrondissements Kleve, Karl Ludwig Baron von Keverberg, sie als Beispiel bürgerlicher Tugendhaftigkeit hervorhob. Durch das Wirken Keverbergs wurde Johanna Sebus, zu ihren Lebzeiten eine anonyme Tagelöhnerin, postum zur öffentlichen Figur. Gleichzeitig wurde sie damit aber auch zu einer „Kunstfigur“, wie Helga Ullrich-Scheyda in ihrem Beitrag darlegt. Im Bemühen, ihre Vorbildhaftigkeit klar zu unterstreichen, wurde die Fakten ihrer Geschichte bereits von Keverberg leicht dem Idealbild angepasst und das hat auch später mehrfach stattgefunden.

Im zweiten Beitrag schreibt der Klever Stadtarchivar Bert Thissen über die Hochwasserkatastrophe, die sich Anfang 1809 im Klever Land ereignet hat. Dabei betrachtet er diese Katastrophe vom Blickpunkt der Umweltgeschichte aus. Er fragt sich, inwieweit es sich hier um eine Naturkatastrophe handelte und inwieweit menschliches Handeln in der weiteren und jüngeren Vergangenheit sie verursacht hat. Es zeigt sich, dass der Abfluss des Wassers im Rhein bereits seit langer Zeit durch menschliche Eingriffe beeinträchtigt worden war. Auch waren die hohen Banndeiche bereits seit dem Mittelalter mehrfach als Risikofaktor kritisiert worden. In diesem Beitrag wird die Hochwasserkatastrophe von 1809 auch vom Blickpunkt der Katastrophenforschung aus untersucht.

Quelle: NRZ vom 18.10.2017

 

Informationen

  • 3. Band der Reihe “Beiträge zur klevischen Geschichte”
  • Johanna Sebus und das Hochwasser von 1809 – Neues Licht auf das Heldenepos und auf die Katastrophe
  • Autoren: Helga Ullrich-Scheyda und Bert Thissen
  • Herausgeber: Klevischer Verein für Kultur und Geschichte / Freunde der Schwanenburg e.V., Kleve 2017
  • Das Buch mit zahlreichen farbigen Abbildungen liegt zum Preis von 11,90 Euro in den Klever Buchhandlungen und im Schwanenturm aus, es kann auch zu den Öffnungszeiten des Franz-Matenaar-Archivs (Dienstag 15-18 Uhr, Donnerstag 9-12 Uhr) erworben werden.
  • Rezension von Numaga (Historische Vereinigung Nimwegen) von Oktober 2018

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