Vision: Kleve – hin zum Rhein

Vision: Kleve – hin zum Rhein

In einer dreiteiligen Serie stellen wir Ihnen Ideen vor, in welche Richtung sich unsere Stadt Kleve entwickeln könnte. Im Rahmen unseres Facebook-Auftritts hoffen wir auf einen Austausch. Daher bitten wir Sie, die Artikel in den sozialen Netzwerken rege zu teilen.

In der Provinz Gelderland, die unmittelbar an das Stadtgebiet von Kleve angrenzt, leben mehr als zwei Millionen Menschen:

  • Nijmegen: ca. 170.000,
  • Arnhem: gut 150.000,
  • Doetinchem: annähernd 60.000,
  • Zevenaar: 32.000 Einwohner.

Mit den kleineren Städten wie Groesbeek, Malden, Duiven, Millingen, Huissen etc. wohnen auf niederländischer Seite über eine halbe Million potentielle Besucher, maximal 50 Kilometer von Kleve entfernt.

Traditionell sind die wechselseitigen Besuche und Kontakte über die Grenze schon „immer“ intensiv. Allerdings ändern sich die Gründe der niederländischen Nachbarn für ein „Dagje uit in Duitsland“. Zwar prosperieren die Discounter und Tankstellen mehr denn je, doch sieht man zugleich eine kontinuierlich ansteigende Zahl Fietsers und Wandelaars.

Eine im Durchschnitt älter werdende Bevölkerung, die zunehmende Anzahl von eBikes, ein fantastisches Routennetz über Knooppunten, das inzwischen auch im Klever Land angekommen ist, fördern ein aktives Freizeitverhalten in der Region. Das Interesse an der näheren Umgebung, der Heimat, steigt.

Dieser Langfristtrend ist nachhaltig und wachstumsstark. Die hohe Akzeptanz der in Ost-West-Richtung verlaufenden Europaradbahn zwischen Groesbeek und Kleve zeigt ebenfalls auf, welches Potential vorhanden ist.

Mit einem weiteren gut ausgebauten Fuß- & Radweg in nördlicher Richtung in die Niederlande auf größtenteils vorhandenen Trassen lassen sich u. a. die Gemeinden Montferland, Rijnwaarden und Lingewaard besser anbinden. Auf Klever Seite verläuft die Strecke entlang des Leinpfades entlang des Hochschulgeländes und wechselt dann auf den „Sandweg“, der ehemaligen Eisenbahntrasse Kleve – Zevenaar, der von Kellen nach Griethausen führt. Dort setzt sich der Weg über die alte Eisenbahnbrücke bis zum Rhein fort. Eine zu schaffende Fährverbindung für Wanderer und Fahrradfahrer verbindet auf Höhe des ehemaligen Trajekts die linke mit der rechten Rheinseite.

Die Klever Stadteile Brienen, Düffelward, Griethausen, Salmorth, Schenkenschanz, Wardhausen – alles Kleinode, jedes mit einem eigenen Charakter, noch im Dornröschenschlaf – bieten sich für Zwischenstationen an. Die leider kaum noch vorhandene Gastronomie wird gestärkt, potentielle Neuansiedlungen können sich entwickeln: Ein Restaurant an der zukünftig wieder dauerhaft begehbaren alten Eisenbahnbrücke in Griethausen – warum nicht?

Durch die Fähre zwischen Düffelward und Schenkenschanz entsteht ein Rundweg: „Griethausen – Schenkenschanz – Düffelward – Wardhausen / Brienen – Griethausen“.

Auf der Schanz wird die spannende Geschichte vom Freiheitskampf der Niederländer präsentiert. Digitale Technik vermittelt die Bedeutung der historischen Festung und den Stellenwert des „sleutels van de tuin van Nederland“. Ein reizvolles Euregio-Projekt für die Region.

In Wardhausen / Brienen lockt das Johanna-Sebus-Denkmal und eine Schleuse, die zumindest als Denkmal erhalten bleiben sollte.

Westlich des Spoykanals führt die Johanna-Sebus-Straße auf einen neuen großzügigen Fahrrad- & Wanderweg bis zur Zugbrücke auf dem Hochschulgelände. Entlang des neuen Weges liegen Hausboote im Spoykanal. Auch ein Speiselokal ist darunter, das während der warmen und trockenen Tage von der Dachterrasse einen fantastischen Blick auf die Schwanenburg präsentiert.

Der Kanal lockt jetzt auch Paddler und Ruderer. Vielleicht finden im Sommer auch Regatten statt?

 

Die Visionen beschäftigen sich mit

 

Quellen:

  • Text: Rainer Hoymann, 15.07.2020
  • Titelbild: Unbekannter Fotograf, Trajektierung eines Personenzuges in Welle im Jahr 1913
  • Bild: Rainer Hoymann, Eisenbahnbrücke in Griethausen, 10.12.2017
  • Karte: Johannes Jacobus Schort, Belagerung von Schenkenschanz in 1635 und 1636, Illustration 1649