In einer dreiteiligen Serie stellen wir Ihnen Ideen vor, in welche Richtung sich unsere Stadt Kleve entwickeln könnte. Im Rahmen unseres Facebook-Auftritts hoffen wir auf einen Austausch. Daher bitten wir Sie, die Artikel in den sozialen Netzwerken rege zu teilen.

Fangen wir an mit der 

Schwanenburg und der Innenstadt.

„Alle Dinge beginnen mit einer Vision. Sie müssen dann auch noch ins Werk umgesetzt werden (Indianische Weisheit).“

Die Zeiten ändern sich. Gestern war Kleve noch eine attraktive Einkaufsstadt, aber morgen? Amazon & Co., demographische Veränderungen, Zuwanderung etc. fordern neue Konzepte. Die letzte bedeutende Innovation in der Innenstadt war der Umbau zur Fußgängerzone – in der Kavarinerstraße 1977, 1983 vom Kaufhof bis zum Fischmarkt. Neue Mitte (Eröffnung 2003), Kirchberggalerie, Knochenmodell, Sontowski auf dem Minoritenplatz, viele Ideen, wenige – glücklicherweise – wurden umgesetzt. Nichts hat richtig gezündet.

Weswegen kommen die auswärtigen Besucher nach Kleve? Zum Einkaufen in die Innenstadt? Die Einzelhandelszentralitätskennziffer liegt bei 170 %, d. h., es wird mehr Umsatz im Einzelhandel getätigt, als die dort lebende Bevölkerung ausgibt. Die Discounter und Tankstellen an der  Peripherie werden gut frequentiert.
Doch wie lockt man die Kaufkraft in die Stadtmitte? Wie lässt sich die Einkaufsmeile (Zitat „Stadt Kleve“) retten; erst recht nach Corona?

Fährt man nach Kalkar zum Einkaufen, oder vielmehr, um auf dem mittelalterlichen Marktplatz das gastronomische Angebot zu  nutzen?
Fährt man nach Xanten zum Einkaufen, oder vielmehr zum Flanieren durch eine schöne Stadt mit gepflegten Parkanlagen, römischer Geschichte und dem historischen Dom?
Fährt man nach Rees zum Einkaufen, oder vielmehr, um an der historischen Rheinpromenade das Vorbeiziehen der Schiffe zu beobachten?
Die Topografie der Stadt Kleve ist Fluch und Segen. Ein Höhenzug, auf dem bereits von weitem sichtbar eine mächtige Burg und die Stiftskirche thronen, ist in den NiederrheinLanden kein zweites Mal anzutreffen. Doch der Weg zum Kirch- und Burgberg ist mit dem PKW weitläufig oder per Pedes – für ältere Semester – beschwerlich. Steht man dann erstmals auf dem Platz zwischen Schwanenburg und Marstall, irritieren die vielen Fahrzeuge. Wo ist die erhoffte Piazza? Wo sind Cafés und Restaurants? Immerhin besteht die Möglichkeit, den Schwanenturm zu besteigen. Doch in den Etagen bis zur Spitze erfährt man noch wenig über die große Geschichte der Herzogstadt. Was bleibt, ist eine schöne Aussicht.


Ein Aufzug im unteren Bereich der Wasserstraße bis auf die Grundebene der Burg verbessert den Zugang. Im weiteren Umfeld der Stadthalle ist Platz für eine zweistöckige Parkgarage: ein Stockwerk unterirdisch und eines – mit dicht wachsenden Rankpflanzen begrünt – oberirdisch, so dass die Optik des Bereichs nicht gestört wird. Von dort aus erschließt sich dem Besucher die Stadt. Dort parken auch die Autos der am Gericht arbeitenden Menschen. Ein kurzer Weg zum Aufzug, ein Transport in die Höhe – wir stehen vor der Burg. Ein Blick in Richtung Marstall zeigt einen würdevollen, mit viel Grün geschmückten Platz. Überhaupt wurden dort viele Stellplätze zurückgebaut und begrünt. An der Hangkante ist ein Gebäude entstanden, das vom Verein MifGash genutzt wird: ein Versammlungsort, ein Museum jüdischer Geschichte in Kleve und ein Café-Restaurant. Im Schwanenturm konnte das seit langem geplante, neue museale Konzept endlich umgesetzt werden. Ungenutzte Räume auf dem Dachboden dienen als Ausstellungsfläche. Das Museum hat die Besucherzahlen von 13.000 Personen pro Jahr auf über 25.000 steigern können. Von der Burg gehen die Besucher in die Stadt, erreichen dort den Fischmarkt, dessen Außengastronomie ebenfalls von den steigenden Besucherzahlen durch viele “Dagje-Uit”-Touristen und Kurzurlauber profitiert. Der Fußgängerbereich ist liebevoll mit Blumen an den Laternenmasten geschmückt. Ältere Menschen genießen den leicht abschüssigen Weg in Richtung Unterstadt. An der Einmündung zur Kavarinerstraße ist das „ewige“ Brunnen-Provisorium durch ein Wasserspiel ersetzt worden, dass die Aufenthaltsqualität erhöht. Ein Besuch im Museum Haus Koekkoek und anschließend ein Imbiss auf dem Koekkoek-Platz. Die Menschen genießen den Blick in Richtung des neu gefassten Minoritenplatzes. Hier ist der Stadt ein großer Wurf gelungen: im Stil des weltbekannten Gartendesigners Pit Oudolf konnte ein insektenfreundlicher Park mit weitläufigen Gräser- und Staudenbeeten angelegt werden. Diese grüne Achse zwischen Altem und Neuem Tiergarten betont die Bedeutung Kleves als moderne Gartenstadt mit historischen Wurzeln.

Eine Stadt, in der der Einzelhandel prosperiert – so ganz nebenbei.

 

Die Visionen beschäftigen sich mit

 

Quellen: