Aus dem Arbeitskreis “Kermisdahl-Wetering”: Das fast vergessene Klosterkreuz Freudenberg im Sternbusch

Aus dem Arbeitskreis “Kermisdahl-Wetering”: Das fast vergessene Klosterkreuz Freudenberg im Sternbusch

Freunde der historischen Klever Parkanlagen und der Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering im Klevischen Verein möchten aktuell über ein neues  Wanderziel im Alten Tiergartenpark informieren.

Im Sternbusch zwischen der Felix-Roeloffs-Straße und der Uedemer Straße befindet sich neben der Förderschule des Kreises Kleve und den Werkstätten der Haus Freudenberg GmbH am Rande der Endmoränenhöhe ein imposantes „Klosterkreuz auf einer  Weltkugel“. Seit dem Tag des offenen Denkmals 2021 weisen zwei beschriftete Findlinge den Weg zum Klosterkreuz Freudenberg. Coronabedingt erhielt die Infostele 12a erst jetzt die druckfrische Infotafel und ist nun Teil des 2008 durch den Arbeitskreis konzipierten Parkleitsystems Alter Tiergarten, gefördert durch die NRW-Stiftung „Natur-Heimat-Kultur“.

Auf dem Gelände Haus Freudenberg stand im 17. Jh. das vom Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen erbaute Landhaus mit grandiosem Blick zur Schwanenburg und in die weite Landschaft bis Hoch-Elten. Zu Cleves Bäderzeit nutzte das renommierte Hotel Thunert den schönen Ort. Ab 1927 folgten Umwidmung und Umbau zum Kloster Freudenberg des Ordens der „Hiltruper Herz-Jesu-Missionare“.

An der Klosterkirche begann ein Kreuzgang, der an diesem imposanten Kreuz endete und heute die einzige Erinnerung an das Kloster Freudenberg ist. Im Zuge der Errichtung der Freudenberger Werkstätten wurde die Klosteranlage abgebrochen.  Von der mit Linden gesäumten Allee des Hauptweges führt ein kleiner Pfad zum Klosterkreuz.

Viele Klever und Bedburg-Hauer Bürger haben von diesem Kreuz noch nie gehört und wissen auch nicht, wo sie es finden können. So erging es auch Klaus Brennecke, einem Bedburg-Hauer Bürger, als er von diesem Kreuz im November 2020 hörte, obwohl er gebürtiger Klever ist. Zusammen mit Stefan J. Hermanns, ebenso Bedburg-Hauer Bürger, der sich schon über Jahre um dieses Kreuz gekümmert hat, und dem Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering wurde entschieden, das fast vergessene Kreuz wieder bekannt und erlebbar zu machen. Den kurzfristig erfolgten umfangreichen Pflegemaßnahmen durch die Haus Freudenberg GmbH: Grünschnitt entlang der Zuwegung, Rückschnitt von Brennnesseln und Brombeeraufwuchs   sind Abstimmungen mit Vertretern des Forstes  und erste Pflegeaktionen, auch Algenreinigung des Monuments durch den Arbeitskreis Kermisdahl, vorangegangen.

Die Zusage der Haus Freudenberg GmbH, zukünftig anstehende Pflege ortsnah zu übernehmen, wird dankend im Namen aller Bürger gerne angenommen und sehr begrüßt.

Als weitere Förderer benennen wir die Erich-Tönnissen-Stiftung und die Stadt Kleve. Findlinge wurden von den Welbers-Kieswerken, Kevelaer zur Verfügung gestellt, die Steinmetz Tripp, Bedburg-Hau, ebenfalls kostenlos beschriftete und an ihre jetzigen Standorte brachte. Gartenhistoriker Wilhelm Diedenhofen und Frau Barbara Bürgel vom Stadtarchiv Kleve stimmten den Besucher-Infotext ab. Die Übersetzung ins Englische übernahm Hubert Wanders und Christoph Frauenlob zeichnet für Grafik und Foto verantwortlich.

Dieser Bürgerbeitrag steht für Erinnerung, Identität und Erhalt unseres kulturellen heimatlichen Erbe. Es ist gelungen, ein interessantes neues Ziel im Sternbusch des Alten Tiergartenparks für Bürger und Besucher der Klever Region gemeindenübergreifend erlebbar zu machen! Interessierte können ihr Fahrzeug auf dem Parkplatz des Sternbuschbades abstellen und erreichen nach kurzem Fußweg das Klosterkreuz.

 

Quelle (Text): Gerlinde Semrau-Lensing / Arbeitskreis Kermisdahl im Klevischen Verein, 09.04.2022

Fotos: Rainer Hoymann, 12.09.2021