Klever Stadthistorie für die Ohren: Geschichte der Klever Synagoge wird hörbar

Klever Stadthistorie für die Ohren: Geschichte der Klever Synagoge wird hörbar

Im Rahmen des Jubiläumsjahres 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland präsentieren das Stadtarchiv und der Klevische Verein für Kultur und Geschichte einen dreiteiligen Podcast zur Geschichte der ehemaligen Synagoge. Damit gehen die Institutionen neue und moderne Wege der Geschichtsvermittlung.

Podcast – Folge 1: Die Vorgeschichte der jüdischen Gemeinde und die Einweihung der Synagoge 1821

In den drei 10-15 Minuten umfassenden Folgen wird die interessante und wechselvolle Geschichte der Klever Synagoge und der benachbarten jüdischen Schule vorgetragen. In der ersten Folge geht es um die Vorgeschichte der jüdischen Gemeinde sowie des Grundstückes, auf dem die Synagoge erbaut und vor 200 Jahren, am 24. August 1821, eingeweiht wurde. Außerdem werden die Anfänge der jüdischen Schule thematisiert. Die zweite Folge befasst sich mit der Zeit des Nationalsozialismus. Welchen Verfolgungsmaßnahmen waren die Vorsänger und Lehrer ausgeliefert? Was geschah beim Synagogenbrand während des Novemberpogroms 1938? Diesen und anderen Fragen wird nachgegangen. Die letzte Folge stellt die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und die Entwicklung der Erinnerungskultur bis heute vor.

Die Recherchen der Historikerin Helga Ullrich-Scheyda für die am 9.11. endende Ausstellung: 200 Jahre Einweihung der Synagoge – „Der Tempel ist auf einem der schönsten Punkte der Stadt aufgeführt“ sowie die Lesungen zur Eröffnung und zum Ende der Ausstellung bilden die Grundlage für den Podcast. Der Schauspieler und Rezitator Marco Spohr und die Leiterin des Stadtarchivs Katrin Bürgel haben die Folgen konzipiert und arrangiert. Marco Spohr trägt aus den historischen Quellen vor, Helga Ullrich-Scheyda und Katrin Bürgel erläutern die Hintergründe. Alle Angaben sind in Archiven nachlesbar. Nur der Text, in dem der letzte Lehrer der jüdischen Schule Rudolf Kaufmann einen kleinen Einblick in seinen Lebensweg gibt, ist fiktiv, basiert aber auf mündlichen Erzählungen.

Der Podcast ist für jede und jeden, der interessiert ist, öffentlich und kostenfrei zugänglich. „Einen Einsatz im Schulunterricht wünsche ich mir sehr. Daher haben wir uns auf kurze und kompakte Folgen geeinigt, die für Schülerinnen und Schüler insbesondere in der Oberstufe gut geeignet sind und Geschichte lebendig machen“, so Katrin Bürgel.

zu Folge 2: Zeit des Nationalsozialismus: Die Verfolgungsmaßnahmen gegen Vorsänger und Lehrer sowie Synagogenbrand am 8./9. November 1938

zu Folge 3: Die Aufarbeitung der Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg und die Erinnerung an die Zerstörung bis heute.