Der Kulturverein befindet sich jetzt im Bahnhofsgebäude. Der Vorstand ist sich sicher: Die Nähe zur Innenstadt wird auch dem Vereinsleben gut tun

Der Klevische Verein befindet sich endlich wieder im Zentrum der Stadt: Auf 70 Quadratmetern, direkt im Bahnhofsgebäude, mit einer wunderbaren Aussicht: Besser hätte es der Verein nicht treffen können. Wenn im Frühjahr und Sommer die Außengastronomie wieder startet, dann malen sich die Verantwortlichen des Klevischen schon aus, dass man sich häufiger vor dem Bahnhof hinsetzt, ein Bierchen trinkt und ein ganz neues Vereinsgefühl entstehen kann.

Der Klevische Verein ist im vergangenen Jahr umgezogen. Die alten Räume an der Emmericher Straße waren alles andere als optimal. Der Raum war beengt, und der Straßenlärm machte ein konzentriertes Studium in historischen Akten und Büchern kaum möglich. „Hier oben hört man gar nichts von draußen“, sagt Wiltrud Schnütgen, die sich über die neuen Räume sehr freut: „Für uns ist das optimal.“

Raum für Studien und Besprechungen

Der Klevische Verein nutzt das Obergeschoss des Bahnhofes nicht nur für die Unterbringung des Franz-Matenaer-Archivs, sondern lädt jetzt auch zu Vorstandssitzungen oder Gesprächsrunden in die repräsentativen Räume ein. Wiltrud Schnütgen hält die neue Nähe zur Klever Innenstadt für sehr wichtig, um auch junge Leute ansprechen und vielleicht auch mehr Ehrenamtliche für die Arbeit des Vereins gewinnen zu können.

Denn zu tun gibt es eine Menge. Daniel Boumanns und Hans Keyzers haben bereits viele Stunden in die Sortierung und Digitalisierung des Bestandes gesteckt. Aber man könne immer noch mehr machen. Etwa die Digitalisierung des Vereinsheftes „Rund um den Schwanenturm“.

Der Archivbestand sei eine wahre Fundgrube, sagt Wiltrud Schnütgen. Der Vorteil: „Bei uns kann man durch die Reihen gehen, ein Buch herausnehmen und blättern. Beim Stadtarchiv ist das so nicht möglich. Da muss man schon wissen, was man haben möchte“, sagt Daniel Boumanns. Er selbst habe erfahren, wie schön es sein kann, beim Schmökern auch mal Zufallsfunde zu machen.

Als Besonderheit betont Wiltrud Schnütgen die Bücher und Gedichte zur Klever Mundart. Mittlerweile verfüge man über zwei Regalmeter. „Wir haben eine sehr umfangreiche Sammlung“, sagt sie.

Mittlerweile kommen viele Anfragen über das Internet oder die Leute rufen an. Kürzlich erst habe eine Frau eine Anfrage zu einem alten Glasfenster mit den Initialen WM gestellt. Wiltrud Schnütgen konnte schnell helfen: „Das war ein Fenster aus der ehemaligen Tabakfabrik Willem Mertens.“

 

Quelle: NRZ, Andreas Gebbink, 25.01.2020