Blickfenster im Alten Tiergarten von Kleve

Blickfenster im Alten Tiergarten von Kleve

CDU und Grüne beantragen mehrere Schnittmaßnahmen für den Alten Park. Von der Kreisverwaltung aus soll man wieder ins Land schauen können.

CDU und Grüne haben verstanden: Hier liegt ein ganz besonderes Gut der Stadt Kleve. Auch wenn es ein Gut ist, das mit den Jahren ein wenig blass geworden und verwachsen ist. Doch bei allem Wildwuchs, die Strukturen stimmen und sind Teil der großen „Gartenstadt“ Kleve, die im Barock der damalige Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen hier anlegte. Die alten Pläne zeigen schön, wie die mittelalterliche Stadt zwischen die großen grünen Parks des Barocks eingebettet lag.

Es war ein regelrechtes Arkadien, wie die verklärte Landschaft gerne genannt wird, wo die Menschen unbelastet von Arbeit und Anpassungsdruck in einer idyllischen Natur zufrieden und glücklich leben können.

Faszinierende Blickachsen schaffen

Davon soll bald wieder mehr zu erkennen sein. Denn während auf der einen Seite die Stadt schon in den 1970er Jahren vorbildlich den „Neuen Tiergarten“ rund um das Amphitheater restaurieren ließ, blieb der „Alte Tiergarten“ liegen. Erst vor wenigen Jahren schafften es der Heimatverein Kleve und vor allem der aktive Arbeitskreis Kermisdahl-Wetereing mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland, ein Parkpflegewerk für diesen Bereich aufzustellen, nach dem der Alte Park wieder mehr von seiner usprünglichen Struktur und den faszinierenden Blickachsen in die Niederung bekommen soll.

CDU und Grüne greifen dazu einen Antrag des Heimatvereins und des Arbeitskreises auf und beantragen entsprechende Maßnahmen für die Bereiche des Parks, für die die Stadt zuständig ist. Andere liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Bedburg-Hau oder gehören zum Forst. Der Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung (AKS) soll das am Mittwoch, 20. Februar, dem Rat empfehlen. Der Ausschuss tagt um 17 Uhr im Rathaus.

Die Punkte im Einzelnen:

1.

Zur gezielten Öffnung von „Blickfenstern“ nach Osten und Südosten in die Galleien sollen im Bereich des ehemaligen Lustgartens und des darunter liegenden Kermisdahl-Hanges die Gehölze auf den Stock gesetzt werden. Man denke da an das Blickfenster in Verlängerung der Kolpingstraße sowie Blickfenster am Aussichtspunkt neben der Kreisverwaltung, schreiben Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) und Wolfgang Gebing (CDU).

2.

Im Bereich des Kermisdahl-Hanges soll durch kontinuierliche Bestandspflege – auch in Abstimmung mit dem Kreis Kleve – der Bewuchs mit artenreichen, gestuften Gehölzbeständen entwickelt werden. Außerdem soll eine „böschungs-stabilisierende“ Strauchschicht gesetzt sowie artenreiche Krautsäume gefördert werden, um monotone Brombeer- und Brennessel-Bestände zurückzudrängen.

3.

Im Bereich des Prinz-Moritz-Weges sollen die Stützmauern und Parkbanknischen entlang des Uferweges des Kermisdahls wiederhergestellt beziehungsweise instand gesetzt sowie die seitlichen Vegetationsbestände überarbeitet werden.

4.

Die zwischen Weg und Kermisdahlufer wachsenden Bäume sollen entfernt und der Gewässerabschnitt zwischen Worcester-Brücke und dem „engen Hals“ als Uferpromenade ansprechend und parkartig mit dazugehöriger Bepflanzung aus Wasser- und Uferrandstauden gestaltet werden, so Christdemokraten und Grüne.

Quellen:

Text: NRZ, (MG), 18.02.2019

Bild: Thomas Velten