Heimat: „Die Gärten in Kleve sind ein Pfund“

Heimat: „Die Gärten in Kleve sind ein Pfund“

[Der] Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering stellte bei einem Spaziergang durch den Alten Park seine Wünsche zur Umsetzung des Parkpflegwerks vor.

Der Alte Tiergarten soll ganz im Sinne des für die alten Klever Gartenanlagen beschlossenen Parkpflegwerks weiterentwickelt werden. Dieses Ziel haben sich die engagierten Mitglieder des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte / Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering gesetzt. Vor einigen Tagen nun hatte der Vorsitzende Rainer Hoymann zum Spaziergang entlang des Kermisdahls, hinauf in den Moritzpark und in Richtung der derzeit viel diskutierten Kaskade geladen (NRZ berichtete).

Entwicklung rund um Stadthalle

„Die Pläne für den Alten Park sollen konkretisiert werden“ wünschte sich Hoymann. Dafür hatte der Arbeitskreis einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für die Stadt Kleve erarbeitet.

Man freue sich über die Entwicklung des Areals rund um die Stadthalle, das sich „in einem Zustand der permanenten Veränderung“ befinde. Kleve habe durch die von Moritz von Nassau-Siegen geschaffenen Gartenanlagen ein „Pfund, mit dem wir wuchern sollten“, befand Landschaftsarchitekt Ludger Baumann, der die Gruppe aus Mitgliedern des städtischen Kulturausschusses, der Verwaltung und verschiedener Heimatvereine begleitete.

Und auch Josef Gietemann vom Heimatverein in Rindern, riet: „Wir müssen viel mehr mit unseren Anlagen werben.“

„Öffnung der Landschaft ist unser erklärtes Ziel“

„Die Öffnung der Landschaft ist unser erklärtes Ziel“, führte Hoymann weiter aus. So schlug er für die Uferrandbepflanzung entlang des Kermisdahls bis zum Engen Hals die Entfernung der Bäume vor. Sie könnten durch niedrigere Sträucher ersetzt werden. Oben im Moritzpark (ehemaliger Lustgarten) wäre eine pflanzliche Abgrenzung zwischen dem Park und dem Bereich Prinzenhof denkbar.

Für den Aussichtspunkt nahe der Kreisverwaltung wünscht man sich in Zukunft einen ungehinderten Blick in die weite Niederung. „Nicht alles, was im Maßnahmenkatalog steht, ist in der Umsetzung auch teuer“, betonte Hoymann. Allerdings handele es sich um Natur, die müsse nun mal gepflegt werden.
Für die gezielte Öffnung von „Blickfenstern“ nach Osten und Südosten in die Galleien sollen die Gehölze nicht gerodet, aber doch „auf den Stock gesetzt“ werden. Dieser Vorschlag träfe dann auch für die Bepflanzung des Burgberges zu. Hier soll die freie Sicht auf die Schwanenburg durch Pflegeschnitte ermöglicht werden. Gerd Thomas, der als sachkundiger Bürger im Umwelt- und Verkehrsausschuss aktiv ist, riet gegebenenfalls zu anderer Bepflanzung, die weniger hoch wächst und dadurch auch die gewünschte Sicht auf Dauer weniger beeinträchtigt bzw. Sichtachsen ermöglicht.

Lückenschluss soll später folgen

Weitere Pflegearbeiten oder gartendenkmalpflegerische Korrekturen schlagen die Mitglieder des Arbeitskreises unter anderem für den Bereich „Kiek in de Pot“ vor. Auch hier wollen sie möglichst kurzfristig den Sichtbezug zum Papenberg wieder hergestellt wissen. Den „Cupido“ wollen sie zumindest annähernd an seinen historischen Platz an der Nassauer Allee zurück versetzen.
Zu den eher längerfristig umsetzbaren Plänen gehört sicherlich die Idee des Lückenschlusses zwischen Prinz-Moritz-Weg und Altem Park durch eine Brücke, die östlich der Förderschule über Uedemer Straße Richtung Meyerhof führen sollte.

Quelle: NRZ, Claudia Gronewald, 22.01.2019