Die Kaskade in Kleve wird noch verschönert

Die Kaskade in Kleve wird noch verschönert

Ästhetische Verbesserung erwünscht: Klevischer Verein, Politiker, Vertreter von Verwaltung und Heimatvereinen besichtigten Bauwerk am Kermisdahl.

Nach den Aufregern der vergangenen Wochen die gute Nachricht vorweg: Die ästhetische Gestaltung der Kaskade am Kermisdahl ist noch nicht abgeschlossen. Entsetzt, zumindest aber mit Kopfschütteln hatten viele Bürger auf den Anblick der nach dem Abrutschen des Hangs im Mai 2017 neu gestalteten Kaskade reagiert. Dies nahm der Klevische Verein für Kultur und Geschichte nun zum Anlass im Rahmen eines Spaziergangs zum Thema Alter Tiergarten/Galleien bzw. Umsetzung des Parkpflegewerks auch die Baustelle Kaskade zu besichtigen. Zahlreiche Politiker, Vertreter von Heimatvereinen und Verwaltung sowie Mitglieder des Arbeitskreises Kermisdahl/Wetering schlossen sich an.

Böschung soll naturnah gestaltet werden

„Wir wünschen uns, dass die Zementflächen von den Spundwänden und Kaskadenmauern entfernt werden, dass die Böschung naturnah gestaltet wird“, sagte der Vorsitzende des Klevischen Vereins, Rainer Hoymann. „Kann man nicht auch das Geländer wieder herstellen?“, fragte er nach – und erkundigte sich nach dem Verbleib der beiden Kugeln, die eine Kleverin einst gestiftet hatte. Baudezernent Jürgen Rauer antwortete ausführlich. Geländer und eine der beiden Kugeln seien beim Abrutschen des Hangs zerstört worden, die zweite Opfer von Vandalismus geworden. „Die Zementschlämme können nicht mehr entfernt werden, ohne das gesamte Bauwerk zu gefährden“, machte Rauer klar. Die 1952 fertig gestellte Kaskade sei den aktuellen Starkregen-Ereignissen nicht gewachsen. „Sie kann die heutigen Regenmengen nicht aufnehmen.“

Den Hang nachhaltig sichern

„Wir sind nicht einfach grob ans Werk gegangen“, betonte auch Tiefbauamtsleiter Bernhard Klockhaus. „Wir haben Maßnahmen durchgeführt, die den Hang nachhaltig sichern.“ Eine Stahlbetonplatte hält die Kaskade, eine elf Meter in den Boden getriebene Bodenverdübelung soll das Abrutschen verhindern, sieben Meter tief sind Spundwände dafür im Boden verankert. „Dieses Sicherungssystem hat der Gutachter vorgeschlagen“, erklärt Klockhaus.

Doch der jetzige Zustand soll sich noch ändern, landschaftsgärtnerisch nachgebessert werden. „Wir beschäftigen uns damit, die Situation optisch zu verbessern“, sagte Kämmerer Willibrord Haas. Denn noch gilt, auch wenn der Wanderweg wieder freigegeben wurde: „Das ist jetzt noch eine Baustelle.“ Wenn aber alle Arbeiten gegen Ende des ersten Halbjahres beendet seien (u.a. die Beseitigung des Damms über den Kermisdahl), könne der jetzt ziemlich holprige Weg über den Beton geebnet werden, so Klockhaus. „Mit der Zeit wird sich die Natur dann auch die jetzt noch kahlen Flächen zurückholen“, verspricht er.

Für Grünenpolitikerin Hedwig Meyer-Wilmes bleibt die Kaskade indes „ein Wespennest“. „Da kann noch vieles kommen“, fürchtet sie. Die Verwaltung denkt über ein Retentionsbecken oberhalb des Hangs nach, um Wassermassen zurückhalten und gedrosselt über die Kaskade laufen lassen zu können. Eventuell müsse man auch zusätzliche Rohre neben die Kaskade legen, so Rauer.

Quelle: NRZ, Andreas Gebbink, 12.01.2019

Fotos: Rainer Hoymann, 12.01.2019