Drs. Bert Thissen: Vortrag über das Schicksal der “französischen” Beamten im Raum Kleve nach der Niederlage Napoleons

Am 7. Dezember 2018 ab 18 Uhr laden wir Sie zu einem Vortrag von Drs. Bert Thissen im Museum Haus Koekkoek ein:

Welches Schicksal droht den “französischen” Beamten im Raum Kleve nach der Niederlage Napoleons?

Die Zeit der französischen Herrschaft endete in Kleve am 5. Januar 1814, als Marschall Mac-Donald mit den Truppen, die er hier ab November 1813 nach der verlorenen Völkerschlacht bei Leipzig um sich gesammelt hatte, in Richtung Geldern abzog. Das verlief ordentlich und es fand sogar eine förmliche Schlüsselübergabe an die Klever Kommunalverwaltung statt. Das war das Verdienst des damaligen Bürgermeisters Jean Joseph Johann. Dieser stammte aus Lüttich und war bis 1794 Kapitän in der französischen Revolutionsarmee gewesen. Ab 1797 hatte er u. a. als Regierungskommissar mit Sitz in Geldern und Bürgermeister von Grieth gewirkt, bevor er 1812 Bürgermeister von Kleve wurde.

Jetzt verließ auch er die Stadt, gemeinsam mit den französischen Beamten. Die meisten Beamten deutscher Herkunft blieben jedoch auf ihren Posten. Die Leitung der Verwaltung in der Stadt und im Arrondissement Kleve übernahm vorläufig der bisherige erste Beigeordnete von Kleve, Christian Friedrich von der Mosel. Er sollte ab 1816 der erste Landrat des Kreises Kleve werden.

Den Klevern stellte sich am 5. Januar 1814 die Frage: Was nun? Über das Ende der französischen Besetzung waren sie sicherlich erleichtert. Es trauerte wohl kaum jemand den damit verbundenen Einquartierungen, den Zwangsrekrutierungen für Napoleons Armee oder den französischen Steuern nach. Außerdem durfte man sich jetzt das Ende der britischen Kontinentalsperre, die eine Wirtschaftskrise herbeigeführt hatte, erhoffen. Wie würden sich aber die Truppen der verbündeten Mächte, die Napoleon vertrieben hatten, benehmen und wie sah die weitere Zukunft Kleves aus?

Die “Lebensdauer” des Regierungsbezirks Kleve war nur kurz bemessen. Bereits 1822, bei der ersten Verwaltungsreform Preußens, wurde dieser klevisch-geldrisch-moersische Regierungsbezirk wieder aufgelöst und die Regierung von Kleve mit der in Düsseldorf zusammengelegt.

Die Veranstaltung kostet 5 Euro. Vereinsmitglieder haben freien Eintritt.