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VON MARC CATTELAENS, RP vom 08.04.2006:

Mut in Afrika bewiesen

Erstmals seit 1997 wird wieder die „Johanna-Sebus-Medaille" verliehen. Ein Gremium aus drei Heimatvereinen und Bürgermeister Theo Brauer hat die Ärztin Dr. Elke Kleuren-Schryvers als Preisträgerin auserkoren.

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Heinz Scholten, Theo Brauer, Peter Klein und Josef Gietemann (von links) haben als Preisträgerin Elke Kleuren-Schryvers auserkoren.

rp-foto: Gottfried evers

KREIS KLEVE „Elke Kleuren-Schryvers hat in Afrika viel Mut bewiesen. Da gibt es einige Parallelen zu Johanna Sebus, deren Motto war: Kämpfen statt kapitulieren", sagt Josef Gietemann, Vorsitzender des Heimatvereins Rindern „Arenacum". Er, Heinz Scholten vom Klevischen Verein für Kultur und Geschichte, Peter Klein vom Heimatverein „Zur Spoy" Brienen-Wardhausen und Kleves Bürgermeister Theo Brauer sind sich einig: Es hätte gar keine andere Preisträgerin geben können.

Frohe Botschaft

Dr. Kleuren-Schryvers habe sich außerordentlich gefreut, als ihr das Gremium in ihrer Kervenheimer Wohnung die frohe Nachricht überbrachte. Die Preisverleihung findet am 25. August in der Klever Stadthalle und erstmals seit neun Jahren statt. Die letzten Preisträger waren 1997 die Helfer des Oder-Hochwasser aus dem Kreis Kleve von Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr.

Dr. Elke Kleuren-Schryvers wurde 1959 in Kleve geboren. 1978 absolvierte sie ihr Abitur am Keilener Konrad-Adenauer-Gymnasium. Nach dem Studium der Humanmedizin und ihrer Assistenzarztausbildung im Klever Krankenhaus machte sie eine Praxis im 2000-Seelen-Dorf Kervenheim nahe Kevelaer auf. Inzwischen übt sie den Beruf der Landärztin in Deutschland mehr als 17 Jahre aus. Im westafrikanischen Benin arbeitet sie als Ärztin und Koordinatorin in der Entwicklungszusammenarbeit seit Januar 1994. „Obwohl dies viel Energie erfordert", so die Ärztin, „ist die Begegnung mit den Menschen, Kulturen, Traditionen und Sichtweisen der Medizin sehr bereichernd".

Das Ehepaar Schryvers gilt als Initiator der humanitären Arbeit für Benin. Gemeinsam im Team der Aktion Pro Humanität betreut Elke-Kleuren-Schryvers mehrere Hilfsprojekte. Im Mittelpunkt der aktuellen Arbeit in Benin steht die Fertigstellung der mobilen Klinik „Service Sante Mobile". Im Nachbarland Niger, nach dem Bericht der Unicef für 2006 drittärmstes Land der Welt, ist ein neues wichtiges Projekt im Zusammenhang mit der Wasserversorgung angelaufen.

„Wir sind alle sehr begeistert von ihrer Arbeit in Benin und Niger", so die Gremiums-Mitglieder unisono. Bürgermeister Theo Brauer berichtet: „Ich stehe mit Gänsehaut hinter der Preisverleihung für Elke Kleuren-Schryvers, schließlich kenne ich sie persönlich gut". Weitere Vorschläge habe es gar nicht erst gegeben. Die Medaille wird gemeinsam mit einer Urkunde in der Stadthalle während eines Festakts überreicht. Aus einem Afrika-Camp in Wissel werden afrikanische Künstler anreisen.

INFO
200 Jahrestag

Im Jahr 2009 ist der 200. Johanna-Sebus-Jahrestag. „Das ist für uns eine große Verpflichtung", sagt Heinz Scholten vom Klevischen Verein für Kultur und Geschichte. „Vielleicht wird dann schon die sechste Medaille verliehen", deutet der Vereinsvorsitzende an. Die Auszeichnung werde bewusst in unregelmäßigen Abständen verliehen, um Verpflichtungen zu vermeiden.