Heinz Scholten, Klevischer Verein für Kultur und Geschichte, Bürgermeister Theo Brauer, Peter Klein, Heimatverein Brienen-Wardhausen, und Josef Gietemann, Heimatverien Rindern (v. li. n. re), freuen sich, dass die Johanna-Sebus-Medaille in diesem Jahr Dr. Elke Kleuren-Schryvers für ihr enormes Engagement in Afrika verliehen wird. 

Foto: AnH

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Von Annette Henseler, Klever Wochenblatt vom 09.04.2006:

Sebus-Medaille für Elke Kleuren-Schryvers
Ärztin wird für Afrika-Engagement ausgezeichnet

Kleve. Die Johanna-Sebus-Medaille ist eine besondere Auszeichnung. Wer sie erhält, hat sich in besonderem Maße um „Hilfe in der Not" verdient gemacht. In diesem Jahr wird die Medaille der Kevelaerer Ärztin Dr. Elke Kleuren-Schryvers für ihr Engagement in Afrika verliehen.

Die drei Heimatvereine aus Kleve, Rindern und Brienen-Wardhausen vergeben die Auszeichnung. Bürgermeister Theo Brauer wird die Medaille am Freitag, 28. August, in der Stadthalle an die gebürtige Kellenerin überreichen. „Wir werden afrikanische Künstler zu Gast haben, denn an diesem Wochenende findet in Wissel ein Afrika-Camp statt"; so Brauer.

Die Medaille wurde 1984 gestiftet und seitdem vier Mal vergeben. „Die Verleihung erfolgt nicht regelmäßig", erklärte Heinz Scholten, Vorsitzender des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte. Die Medaille sei keine einfache Rettungsmedaille, sondern werde an Personen oder Institutionen vergeben, deren Hilfeleistung einer bestimmten Philosophie folgen würde. 1984 wurde die Schweizer Spende für die Hilfe in der Notzeit nach dem Krieg, 1985 der britische Kunstoffizier Ronald Balfour (Mitgliederbereich) für die Rettung von Kunstschätzen während der Kämpfe 1945, im Jahre 1989 Wilhelm Frede für seinen Einsatz für jüdische Mitbürger und 1997 Helfer der Oder-Hochwasser aus dem Kreis Kleve ausgezeichnet.

Elke Kleuren-Schryvers ist die erste Medaillenträgerin. „Ein echtes Kellener Kind", scherzte Theo Brauer und hob den Einsatz der Ärztin in Benin und im Niger hervor. Seit vielen Jahren ist Kleuren-Schryvers im Rahmen der „Aktion pro Humanität" in Westafrika tätig, baut Kindergarten, Krankenhaus und Schule. Aufklärungsaktionen zum Thema Aids und seit neuestem die Arbeit in Niger, dem drittärmsten Land der Welt sind neuere Projekte.

Die Medaille geht auf Johanna Sebus zurück, der 17-Jährigen aus Brienen, die im Hochwasser des Jahres 1809 Menschen aus den Fluten rettete und dabei selbst ertrank. Die Brienerin beeindruckte selbst Goethe und Napoleon.