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Verlies im Schwanenturm 

Der Klevische Verein wartet mit einer neuen Attraktion im 
Schwanenturm auf: 

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Auf dem Foto (v.l.n.r.): 

Projektleiter Dipl.-Ing. Dieter Heinen, Klevischer Verein 
Alwine Strohmenger-Pickmann, Vorsitzende Klevischer Verein 
Frank Ruffing, Vorstandsvorsitzender Volksbank Kleverland eG 
Rolf Hoffmann, Geschäftsführer Stadtwerke Kleve .

Der unter dem Verlies des Schwanenturms (heutiger Eingangsbereich) befindliche und von Dr. Friedrich Gorissen im Jahre 1948 entdeckte Raum aus dem 15. JH wird restauriert und über eine schwenkbare Kamera sichtbar gemacht werden. 

Ermöglicht durch die Volksbank Kleverland. 

Entgegen der vielen Pseudoverliese auf Burgen ist im Schwanenturm zu Kleve ein echtes Burgverlies im Baubestand erhalten geblieben. Einzigartig in der Burgenforschung ist die Zweigeschossigkeit der Anlage mit einer für diese Zeit komfortablen Ausstattung. 

Bereits im Jahre 1948 entdeckte der Klever Stadtarchivar Dr. Friedrich Gorissen die unter dem Eingangsbereich der Schwanenburg liegende Sickergrube. Aber erst 1991  machten Jens Wroblewski und Uwe Reufer, beide Mitglieder der Freunde der Schwanenburg, die aufregende Entdeckung, dass es sich bei dem Raum über der  Sickergrube um das ehemalige Burgverlies handeln müßte. Zur endgültigen Klärung erteilte der Klevische Verein dem Büro für Burgenforschung Dr. Joachim Zeune den Auftrag zur archäologischen und burgenkundlichen Stellungnahme. Über Archivalien, Urkunden aus dem 15. Jahrhundert, und Baubefunde konnte das Büro nachweisen, dass der Erdgeschoßraum, heutiger Eingangsraum zur Schwanenburg, als Verliesraum und der darunter liegende Raum als Abfall- und Fäkaldepot diente. In der Gewölbedecke wurden Abfallschächte und eine Toilettenstelle mit Sitzringrest aus Sandstein dokumentiert. Das fehlende Gegenstück  fand sich auf dem Boden (trocken verlegter Ziegelbelag). 

Endlich kann der Klevische Verein den langersehnten Wunsch, das Verlies im Schwanenturm zu rekonstruieren, in die Tat umsetzen. Neben dem Hauptsponsoren, die Volksbank Kleverland, konnten die Stadtwerke Kleve und die Firma Jansen Bedachungen als Sponsoren gewonnen werden. 

Die auf zwei Ebenen des Schwanenturms ausgelegte Verliesanlage soll nun unter der Projektleitung des Vorstandsmitgliedes des Klevischen Verein Dipl.-Ing. Dieter Heinen für Besucher anschaulich reaktiviert werden. Vom Eingangsraum aus wird die unter einer Estrichschicht verborgene Abfall-/ Toilettenanlage wieder geöffnet und um die fehlende, aber noch vorhandene Sitzringhälfte ergänzt und mit einer Glasplatte abgedeckt werden. Die denkmalrechtliche Erlaubnis der Bezirksregierung Düsseldorf  liegt vor. Damit vermittelt der Klevische Verein den Besuchern der Schwanenburg neben Stauferklo und Brunnenhaus eine weitere Attraktion. 

Eingriffe in den gegenwärtigen Befundbestand des unteren Raumes wurden nicht genehmigt. Es wird dort eine von Besuchern zu steuernde Kamera installiert, die ihre Bilder in den oberen Raum auf einen Bildschirm überträgt. Im Verliesraum werden Infotafeln mit Bildern und Dokumentation aufgestellt. Archäologisch wird die Maßnahme durch Herrn Wroblewski betreut. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Eigentümer hat der Maßnahme zugestimmt. 

Info 
Hauptsponsor Volksbank Kleverland eG, 
Weitere Sponsoren: 
Stadtwerke Kleve GmbH 
Jansen Bedachungen GmbH