Geschichtliches ...

Bert Thissen:

Stein auf der Schwanenburg.

Der Reformer als Kammerdirektor und Kammerpräsident zu Kleve

Vortrag im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Kleve, 23. Okt. 2007

Zusammenfassung

 

1. Einleitung

Vom Reformer Stein ist gesagt worden, er sei: "am meisten genannt ... am wenigsten bekannt". Anderseits urteilte der Historiker Hans-Ulrich Wehler im ersten, 1987 erschienenen Band seiner Deutschen Gesellschaftsgeschichte sehr kritisch: "Die Bedeutung Steins ist bisher maßlos überschätzt worden". Es lässt sich feststellen, dass die Stein-Forscher sich momentan einigermaßen in der Defensive befinden. Außerdem sehen sie heute in Stein als Reformer eher den Verwaltungsmann als den Politiker, eher einen Pragmatiker als einen systematisch denkenden Philosophen. Es ist daher angebracht, den 'Klever' Abschnitt der Beamtenkarriere von Stein genauer zu betrachten und nach etwaigen prägenden Erfahrungen dieser Zeit zu fragen.

2. Der Weg nach Kleve

Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein wurde im Herbst 1757, heute vor fast genau 250 Jahren, im elterlichen Schloss zu Nassau geboren. Die Familie war protestantisch, was insofern von Bedeutung ist, als damit eine erste Bedingung für die spätere Laufbahn Steins im Dienste des Königs von Preußen erfüllt war.

Das adelige Geschlecht gehörte der Reichsritterschaft an, d.h. es unterstand dem Kaiser unmittelbar, ohne Zwischenschaltung irgendeines Fürsten oder Landesherrn. Dieser Umstand ist bestimmend gewesen für eine lebenslängliche Orientierung Steins auf das Reich und seine Institutionen.

Es steckt eine gewisse Ironie darin, dass Stein, der zu einer Ikone des Bildungsbürgertums geworden ist und nach dem etliche Schulen benannt sind, selbst niemals zur Schule gegangen ist und kein Abitur gemacht hat. Seine Erziehung hat er von Gouvernanten und anschließend von Hauslehrern erhalten. Ab Oktober 1773 studierte der damals 16 jährige Stein dann an der Universität in Göttingen. Hier wurde er als Student der Jurisprudenz immatrikuliert. Er scheint sich besonders dem Staatsrecht, der Geschichte und den Finanzwissenschaften gewidmet zu haben.

Stein verließ die Universität nach knapp vier Jahren, im Frühling 1777, ohne akademischen Grad, wohl weil er darauf als Adliger verzichten konnte. Es folgte die damals übliche Kavaliersreise, die ihn zum Reichskammergericht in Wetzlar, zum kurfürstlichen Hof in Mainz und im darauffolgenden Jahr zu verschiedenen Höfen in Süddeutschland sowie offensichtlich nach Frankreich führte. Diese Reise ist im Sinne einer Vollendung seiner Erziehung zu betrachten und die Aufenthalte an einigen Stationen hatten durchaus den Charakter von Praktika.

Am 1. Februar 1780 erteilte der preußische König, Friedrich der Große Stein die Kammerherrenwürde und wenige Tage später wurde Stein als Referendar beim preußischen Bergwerksdepartement angenommen, auf eigenem Wunsch. Ausschlaggebend für diesen Schritt Steins waren 1. der Ruf Friedrichs des Großen, dessen Staatsführung für damalige Begriffe ausgesprochen modern war, 2. das Interesse Steins für das Bergwerkswesen, das damals als Zukunftsbranche (der Informationstechnologie unserer Zeit vergleichbar) galt, sowie 3. die Tatsache, dass Stein in der Person des Ministers für das Bergwerkswesen, Friedrich Anton Freiherrn von Heinitz, einen Mentor fand, der ihn später auch bis zu seinem Tode gefördert hat.

Als Referendar befand Stein sich ab 1780 zunächst noch in der Lehre. Anfang März 1782 trug Minister von Heinitz ihn dann beim König für eine Beförderung zum Oberbergrat vor und zwei Jahre später, im Februar 1784 wurde ihm die Direktion der Westfälischen Bergämter und der Mindenschen Bergwerks-Kommission übertragen, wodurch er mit 27 Jahren erstmals einen Bergwerksdistrikt selbstverantwortlich leiten konnte. Als Dienstsitz wurde ihm Wetter an der Ruhr (unweit Hagen) angewiesen.

Es würde zu weit führen, die weitere Karriere Steins beim Bergwerksdepartement hier detailliert zu verfolgen. Wichtig ist die Feststellung, dass die Grundlage für sein Wirken in Wetter die königlich preußische Bergordnung für Kleve, Moers und Mark aus dem Jahre 1766 war. Diese – zu Kleve bei der Witwe Sitzmann gedruckte – Bergordnung regelte das Bergwerkswesen nach dem Direktionsprinzip, was beinhaltet, dass die Betriebsführungskompetenz beim Staat lag. Den Eigentümern der Bergwerke wurde ihr formelles Eigentumsrecht nicht genommen, aber in der Frage der Bewirtschaftung hatten sie lediglich ein beschränktes Mitspracherecht.

Ab 1784 sind auch die ersten direkten Kontakte nach Kleve zustandegekommen. Stein wurde bereits im Frühjahr zusätzlich zum Mitglied in der märkischen metallischen Fabriken-Kommission ernannt, mit Sitz und Stimme bei der Klevischen Kriegs- und Domänenkammer sowie bei deren Märkischen Kammerdeputation. Für die klevische Kammer erstellte er u.a. im September 1784 eine Denkschrift zur Kohlelieferung in Kleve-Mark.

3. Kleve: Kammerdirektor, Kammerpräsident

Bei den nächsten Karriereschritten des Freiherrn vom Stein, die ihn ab 1788 nach Kleve führten, sollte die Klevische Kriegs- und Domänenkammer eine wichtige Rolle spielen. Diese soll hier deshalb eingangs vorgestellt werden.

Im Jahre 1723 war in ganzen Königreich Preußen eine Reorganisation der Staatsverwaltung vorgenommen worden. Dabei war in Berlin ein Generaldirektorium errichtet worden, das für die gesamte Innen-, Finanz- und Heeresverwaltung zuständig wurde. Auf der Ebene der einzelnen Provinzen wurden diesem Generaldirektorium Kriegs- und Domänenkammern untergeordnet, die auf ihrer Ebene ebenfalls für diese Ressorts zuständig waren. Den Kriegs- und Domänenkammern standen die Provinzialregierungen gegenüber, deren Zuständigkeit sich auf Hoheitssachen, Justiz und Kultusangelegenheiten erstreckte. Diese Regierungen waren dem Etatsministerium in Berlin untergeordnet. Daneben gab es dann auf der provinzialen Ebene noch die alten Hofgerichte.

Die drei hohen Kollegien, die es um die Mitte des 18. Jahrhunderts in der Stadt Kleve als Regierungssitz gab, nennt Johan Henrich Schütte in seinem Buch über die Vergnügungen und Ergötzlichkeiten bey denen Wassern zu Cleve (Amusemens des Eaux de Cleve), erschienen im Jahr 1748:

1.      Die Landesregierung, "welches Collegium die Königlichen Hoheits-Sachen, Lehn-, Kirchen-, Ehe-, Criminal etc. Sachen zu versehen hat";

2.      Die Königliche Kriegs- und Domänenkammer;

3.      "Das Justiz-Collegium und Hofgericht, welches die Processe derer Unterthanen zu entscheiden hat". Das eigene Hofgericht sollte übrigens bereits 1749 durch Vereinigung mit der Regierung aufhören zu existieren.

Die regionale Zuständigkeit der Kriegs- und Domänenkammer zu Kleve änderte sich im Laufe der Zeit. Ursprünglich war sie für die bereits seit dem Ende des 14. Jahrhunderts vereinten Territorien Kleve und Mark zuständig. Bis 1748 war eine zusätzliche Zuständigkeit für die Grafschaft Moers hinzugekommen. Ab 1767 erfolgte eine teilweise Verselbständigung der alten Grafschaft Mark, als eine Kammer-Deputation mit Sitz in Hamm ins Leben gerufen wurde. Aus diesem Grunde hieß die Kammer zu Kleve später Kleve-meursische Kriegs- und Domänenkammer.

Organisatorisch setzte sich die Kriegs- und Domänenkammer in der Hauptsache aus einem Kammerpräsidenten als Vorsitzenden des Kollegs, zwei Kammerdirektoren mit je einem Departement und einer Anzahl Kriegs- und Domänenräte mit Sitz und Stimme im Kolleg zusammen. Außerdem gab es das untergeordnete Personal der Kammer sowie auf der regionalen und lokalen Ebene Steuerräte, Schlüter bzw. Rentmeister und später Landräte, die der Kammer unterstanden.

Die Kammer war schwerpunktmäßig für das Kriegswesen und die Steuern, bzw. für das Domänenwesen zuständig, aber hinzu kam eine ganze Reihe weiterer Zuständigkeiten, die insgesamt die ganze innere Landesverwaltung einschließlich der Wirtschaftsförderung umfassten.

Dabei führte die Kammer Regie und übte sie Kontrolle aus. Das erstrebte Endziel war das Wohl des Staates und des Landes, konkret: eine Erhöhung der königlichen Einnahmen und eine positive Handelsbilanz. Die Kammer war somit ein Staatsorgan auf der provinzialen Ebene, das dazu eingesetzt wurde, im Sinne des aufgeklärten Absolutismus, d.h. mit viel Staatsdirigismus, die von der bereits erwähnten Wirtschaftslehre des Merkantilismus formulierten Ziele zu verfolgen.

Im November 1787 wurde beschlossen, die Märkische Kammer-Deputation, die seit 1767 als Filiale der Klevischen Kammer existiert hatte, zu verselbständigen. Die neue Märkische Kammer sollte einen eigenen Präsidenten erhalten, aber ansonsten in vielerlei Hinsicht weiterhin mit der Klevischen Kammer verbunden bleiben. Letzteres kam u.a. dadurch zum Ausdruck, dass bei dieser Gelegenheit der Freiherr vom Stein zum 2. Kammerdirektor sowohl der Märkischen wie der Klevischen Kammer ernannt wurde. Ansonsten änderte sich wenig. Stein behielt die meisten seiner alten Funktionen: er blieb Direktor des Märkischen Bergamtes und der Metallischen Fabriken-Kommission, auch leitete er weiterhin die Wasserbaumaßnahmen an Rhein und Ruhr und den Straßenbau in der Grafschaft Mark. Auch sein Gehalt blieb gleich und er behielt seine Wohnung zu Wetter weiterhin bei.

Im darauffolgenden Jahr, 1788, wurde in Kleve die Stelle des 1. Kammerdirektors bei der Kleve-Meursischen Kammer frei und diese wurde nun Stein übertragen. Dazu gehörte auch die Funktion als erster Landtags-Kommissar. Bei dieser Gelegenheit wurde Stein eine Dienstwohnung in der landesherrlichen Kanzlei zu Kleve zugewiesen. Für die hatte er jährlich 50 Reichstaler Miete zu zahlen. Stein hatte also ab jetzt einen Wohnsitz in Kleve und er lässt sich von nun an auch regelmäßig in der Stadt nachweisen, vor allem im Zeitraum Dezember – Januar, wenn hier Landtag war.

Im März 1793, als der bisherige Präsident der Märkischen Kammer, Ledebur, in Rente gegangen war, ernannte der König Stein zu dessen Nachfolger. Er sollte dabei u.a. weiterhin 1. Kammerdirektor in Kleve bleiben. Ihm wurde im sogenannten 'Collegienhaus' zu Hamm die Wohnung des Präsidenten als zusätzliche Dienstwohnung zugewiesen. Stein war von dieser zusätzlichen Bestallung nicht begeistert, aber der König versüßte die Pille nur, indem er Stein am 9. Juni 1793 einen vierwöchentlichen Urlaub nach Hannover zugestand.

Um diesen Urlaub hatte Stein nachgesucht weil er heiraten wollte. Seine Braut war die 15 Jahre jüngere Wilhelmine Gräfin Wallmoden, die er drei Jahre zuvor kennengelernt hatte. Die Hochzeit fand am 8. Juli 1793 auf dem Gut Heinde der Familie Wallmoden bei Hildesheim statt. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Mittlerweile war im Mai 1793 bereits die Entscheidung zur Ernennung Steins zum Präsidenten in Kleve getroffen worden. Er sollte der Nachfolger von Julius Ernst Buggenhagen werden, den der König nach Posen zu versetzen gedachte. Da aber der Koalitionskrieg gegen Frankreich, der 1792 ausgebrochen war, für viel Unordnung sorgte, wurde entschieden, Buggenhagen noch ein halbes Jahr in Kleve zu halten. Buggenhagen erhielt den Auftrag, in diesem halben Jahr "die durch den Krieg entstandenen Angelegenheiten wegen der feindlichen Contributionen und Lieferungen, Aushebung von Knechten, Pferden und Recruten" usw. zu regeln und auch für eine Wiederherstellung des vom Krieg unterbrochenen Handels sowie der Erhebung der landesherrlichen Gefälle Sorge zu tragen. Stein hatte jetzt "sein eigentliches Domicilium in Cleve" zu nehmen und "die Landtagen als Commissarius" beizuwohnen, "um sich auch in diesen wichtigen Sachen die erforderliche mehrere Routine zu verschaffen."

Ab dem 1. Dezember 1793 wurde Stein dann tatsächlich Kammerpräsident in Kleve, unter Beibehaltung des Kammer-Präsidiums in Hamm. Jetzt stand ihm die freie Wohnung auf dem Schloss zu Kleve zu. Hier bezog er Ende 1793 die alten herzoglichen Gemächer. Dabei stellte er fest, dass ihr baulicher Zustand, "von der Art" war, "daß es eine Haupt-Reparatur erfordert: Die Lage des Schlosses an dem Gehänge einer Anhöhe, die von einer großen Ebene umgränzt wird, setzt es der ganzen Würckung der Nord- und Nordwestwinde aus. Die darauf befindliche Zimmer sind gegen diese Unbequemlichkeit nicht gehörig verwahrt, die Fußboden sind alt und undicht, die Fenster und Thüren schließen nicht, und die Decken der Zimmer sind nicht plafoniert. Daher kommt es, dass diese Zimmer im Winter nicht zu heitzen sind, und daß ihre Bewohner deren Unbequemlichkeit, der Kälte und des Zugs in einem unerträglichen Grade ausgesetzt sind." Aus einer späteren Unterlage geht hervor, dass Stein die Wände verschiedener Zimmer mit Tapeten verkleiden ließ, die er in Frankfurt besorgte.

Stein hat vorgehabt, auf der Burg ein naturhistorisches Kabinett einzurichten. Dazu hatte er seine mineralogische Sammlung, die er ab 1780 angelegt hatte und zu der u.a. auch Stufen, die er 1787 bei seiner Reise nach England aus Cornwall mitgebracht hatte, sowie weitere Objekte auf die Burg bringen lassen. Es war auch bereits ein Sachkundiger mit der Ordnung nach dem mineralogischen System beauftragt worden. Dieses Projekt wurde aber durch die französische Invasion unterbrochen.

Stein nahm sich nach seinem Dienstantritt als Kammerpräsident in Kleve Zeit um die Provinz und die Menschen kennen zu lernen und war ansonsten mit Arbeit zugedeckt. Wohl fuhr er im Mai 1794 nach Den Haag, um seine offenbar gelangweilte junge Frau "ein wenig zu des-ennuiren von ihrem Aufenthalt in Cleve". Die Arbeit in Kleve hat Stein nur mäßig gefallen. In einem Schreiben an seinem Freund Reden klagte er: "Leider existire ich in Papieren, Sie wissen, wie austrocknend und freudenleer dieses ist – hiezu kommt die Nothwendigkeit des Studiums der kleinen Dienst- und gesellschaftlichen Verhältnisse." Eine wahre Herausforderung fehle: "Viel neues läßt sich hier nicht machen, ein bischen Weege Bau, einige Verbesserungen in der Landwirtschaft, sonst ist es das einförmigste Land, das der Schöpfer je gebaut hat."

Stein, der in seiner bisherigen Laufbahn immer mit Bergwerk und Industrie zu tun gehabt hatte, fühlte sich in einer landwirtschaftliche orientierten Region wohl einigermaßen Fehl am Platz. Hier spielte aber gewiss auch der Krieg mit Frankreich eine Rolle. Die drohende Invasion wirkte lähmend auf die Provinz. Zunehmend musste Stein sich außerdem auf die zu erwartende Invasion vorbereiten: es mussten Lazarette vorbereitet werden, Pläne für die Sicherung von wichtigen Unterlagen erstellt werden, der Rückzug von Behörden war zu organisieren, und so weiter. An großen neuen Projekten, die Stein bevorzugte, war nicht mehr zu denken.

Im Oktober 1794 eroberten die Franzosen den linken Niederrhein. Stein zog sich mit der Kammer in Wesel zurück, später findet man ihn in Hamm und ab Frühjahr 1796 in Minden wieder. Damals wurde er zum Ober-Kammer-Präsident der dortigen Kammer ernannt, aber behielt noch immer auch das Präsidium der klevischen und der märkischen Kriegs- und Domänenkammer. Seine formelle Bestallung nennt die Provinzen, für die er als Oberpräsident zuständig war: Minden, Ravensberg, Tecklenburg und Lingen, Kleve und Moers, Mark und Geldern. Das linksrheinische Kleve war aber bereits beim Sonderfrieden, den Preußen 1795 zu Basel mit Frankreich geschlossen hat, vom preußischen König aufgegeben worden und die Zuständigkeit der Kriegs- und Domänenkammer für dieses Gebiet wurde zunehmend zur Fiktion. Die Wohnung auf der Schwanenburg, die ihm formell noch immer zur Verfügung steht, war für Stein unerreichbar geworden.

4. Schluss

Fragt man zum Schluss nach der Bedeutung dieser Klever Episode in der Vita Steins, dann muss zunächst festgehalten werden, dass sie für Kleve eher gering ist. In der Kürze und bei den Bedrängnissen des Krieges hatte er hier nichts Großes bewirken können.

Umgekehrt ist der hiesige Aufenthalt für den Freiherrn aber nicht folgenlos gewesen. Dort wo er in seiner Nassauer Denkschrift aus dem Jahre 1807 seine Dienst-Erfahrung anspricht, betrifft dies die Bedeutung zweckmäßig gebildeter Stände, die ein Mittel seien, "die Regierung durch die Kenntnisse und das Ansehen aller gebildeten Klassen zu verstärken, sie alle durch Überzeugung, Teilnahme und Mitwirkung bei den National-Angelegenheiten an den Staat zu knüpfen." Ausdrücklich nimmt er in diesem Zusammenhang auch Bezug auf Kleve. Seine praktischen Erfahrungen mit dem Ständewesen hatte erganz vorwiegend hier gemacht.

Es stellt sich daneben die Frage ob Stein aus Kleve nicht auch Negativ-Erfahrungen mitgenommen hat, die gewisse Überzeugungen bei ihm geprägt oder bestätigt haben. Mit der Bürokratie, über die er sich aufregte, und mit den Härten des preußischen Merkantilsystems ist er auch hier konfrontiert worden. Der sich später bei ihm offenbarende Wunsch, den Dirigismus des aufgeklärten Absolutismus beiseite zu schaffen, dürfte hier Zündstoff erhalten haben. 

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