Sonstige Veröffentlichungen ...

Platt in Kleve und Umgebung
25 Sprachaufnahmen aus den Jahren 1958 - 2004

 

Georg Cornelissen (Hrsg.)

Platt in Kleve und Umgebung

25 Sprachaufnahmen aus den Jahren 1958 - 2004

Klevischer Verein für Kultur und Geschichte / Freunde der Schwanenburg e. V.

in Zusammenarbeit mit

dem Landschaftsverband Rheinland / Amt für rheinische Landeskunde Bonn

Kleve 2006 

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CD-Cover, Vorderseite

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CD-Cover, Rückseite

Die Dialekte

In Kleve und Umgebung werden die „niederländischsten" Dialekte Deutschlands gesprochen. Sie gehören zu einer Dialektgruppe, die in der Sprachwissenschaft als Kleverländisch bekannt ist. Das Gebiet des Kleverländischen reicht auf der deutschen Seite der Grenze bis nach Krefeld und Duisburg; auf der niederländischen Seite gehören Teile der Provinzen Gelderland, Noord-Brabant und Limburg dazu, s. Karte 'Kleverländisch/Kleverlands' (oben). Das Kleverländische ist von Hause aus ein niederländischer Dialekt; im Laufe der Jahrhunderte hat es zudem immer wieder neue Sprachelemente aus dem Westen übernommen, die ihren Weg über Nimwegen an den Niederrhein gefunden haben. In der Klever Ecke haben diese Sprachbewegungen tiefere Spuren hinterlassen als etwa in Geldern oder Duisburg, man denke etwa an Pronomen wie min ,mir/mich' oder gellie ,ihr'. In der Klever Ecke haben sich viele niederrheinische Sprachmerkmale auch länger gehalten als im Süden des Kleverländischen, der natürlich offener war für rheinische Einflüsse. Man hat im Norden beispielsweise länger an der alten Aussprache in Wörtern wie s-pöle 'spielen' oder S-teen 'Stein' festgehalten als im Süden. In der Aufnahme aus Keeken aus dem Jahr 1958 (Aufnahme 13) fällt etwa die Aussprache von Wörtern wie Brands-tifter, Wert-s-chaf, smeet 'schmiss' oder S-choll-plätz auf. Im Jahre 1741 haben sich auf der Gocher Heide Menschen vom Hunsrück angesiedelt, die eigentlich nach Amerika auswandern wollten, von den niederländischen Behörden aber nicht ins Land gelassen wurden. So entstand Pfalzdorf, später kamen Louisendorf und Neulouisendorf als Neugründungen hinzu. In diesen drei Orten spricht man bis zum heutigen Tag einen völlig anderen Dialekt als in der Umgebung; ein Beispiel für die Sprache dieser Dialektinsel ist die Aufnahme 22. Die kleverländischen Dialekte auf beiden Seiten der Staatsgrenze wachsen immer weiter auseinander, wenn sich auch viele Elemente der alten Sprachverwandtschaft bis heute gehalten haben. Die CD enthält Hörproben aus den niederländischen Nachbarorten Pannerden und Ottersum (18,25).

Die Aufnahmen auf der CD

Auf der CD machen die drei Tonaufnahmen aus Kleve den Anfang. Es folgen die Dialekte der näheren Umgebung, angefangen mit Materborn (4 - 6), dann Nütterden (7), Kranenburg (8, 9), Mehr (10), Wyler(11), Zyfflich (12), Keeken (13, 14), Brienen (15) und Hasselt (16), endend mit Hau (17). Aus der weiteren Umgebung sind Pannerden (18), Elten (19), Emmerich (20), Kalkar (21), Neulouisendorf (22), Goch (23), Asperden (24) und schließlich Ottersum (25) vertreten. Vier der Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1958 (11, 13, 21, 24). Sie sind einer bundesweiten Aufnahmekampagne zu verdanken, dessen Initiator Eberhard Zwimer war. Damals wurden in den ausgewählten Orten jeweils Dialektsprecher aus drei verschiedenen Altersgruppen gesucht. Wer heute die Aufnahmen der damals schon älteren, lange vor der Wende zum 20. Jahrhundert Geborenen hört, bekommt vielleicht einen Eindruck davon, wie das kleverländische Platt in einer Zeit geklungen haben muss, in der das Hochdeutsche noch nicht in aller Munde war. Die übrigen Aufnahmen stammen, bis auf zwei Ausnahmen (1, 18) aus Erhebungsprojekten des Amtes für rheinische Landeskunde (ARL); acht davon wurden im Oktober 2004 im Rahmen des "Ambulanten Sprachlabors", einem Kooperationsprojekt zwischen dem ARL und der VHS der Stadt Kleve, gemacht. Wenn in den Erläuterungen kein anderer Name genannt wird, wurden die Sprecher und Sprecherinnen vom Herausgeber dieser CD aufgenommen.

Bestellinformationen und Preis:

Stadtarchiv Kleve & in der Buchhandlung 

4,50 EUR

Für Mitglieder (nur Stadtarchiv Kleve)

Jahresgabe 2006