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Presseartikel

 

Klever Wochenblatt vom 14. Januar 2007

Heldenverehrung unerwünscht

Ökumenische Andacht am 198. Todestag von Johanna Sebus

Heimatverein-Vorsitzender Peter Klein (I.) konnte am Samstag zahlreiche Bürger zur ersten Gedenkveranstaltung am Johanna-Sebus-Denkmal begrüßen. Gestern war der 198. Todestag von Johanna Sebus.

Foto: Heinz Holzbach

Brienen / Wardhausen. Auf der Spoy rückt die Erinnerung an Johanna Sebus wieder in den Mittelpunkt.

„Sie ist keine zu verehrende Heldin, sondern Synonym für Helfer und Retter in Not", sagte gestern Peter Klein, Vorsitzender des Heimatvereins Brienen - Wardhausen am Johanna-Sebus-Denkmal. Der 198. Todestag von Johanna Sebus war am Samstag erstmals Anlass für eine ökumenische Andacht, die zusammen mit mit den Heimatvereinen Rindern und Kleve sowie den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden veranstaltet wurde.

„Mit dieser Andacht wollen wir eine neue Tradition aufleben lassen", erklärte Prof. Dr. Georg Essen vom Vorstand des Heimatvereins. Im nächsten Jahr findet die Gedenkveranstaltung in der Rinderner Pfarrkirche statt, wo sich das Grab von Johanna Sebus befindet. Das tragische Schicksal des Bauernmädchens ist eng mit der Hochwasserkatastrophe 1809 verknüpft. Das Hochwasser des Rheins verursachte in der Nacht zum 13. Januar 1809 einen Deichbruch in Brienen. Die damals 17-Jährige rettete zunächst ihre Mutter aus den Fluten. Beim Versuch, eine im Hause ihrer Mutter wohnende Familie zu retten, kam Johanna Sebus ums Leben. Die Leiche wurde erst Wochen später entdeckt. Schon 1811 wurde ihr zu Ehren ein Denkmal errichtet. Gleichzeitig wurde ihr postum' die Weiße Rose verliehen - eine besondere Ehrung Napoleons an ein besonders tugendhafte Jungfrau. Auch Goethe verewigte die „rührige Tat" der Johanna Sebus in einer Ballade.

Klaus Schürmanns