Klevischer Verein unterwegs...       

Wiltrud SCHNÜTGEN

Exkursion nach Siegen

Ein voller Erfolg war eine Exkursion des Klevischen Vereins, die Ende Februar nach Siegen führte. Bei abenteuerlichen Wetterverhältnissen und bester Stimmung hatten sich knapp 50 Teilnehmer unter der Leitung des Stadtarchivars Bert Thissen auf die Spuren des Johann Moritz von Nassau Siegen begeben, dem in Siegen zwei Ausstellungen gewidmet waren: im Siegerlandmuseum, dem Oberen Schloß, konnte man sich auf die Persönlichkeit des Fürsten konzentrieren, sein Leben, die militärische Karriere und seine persönlichen Vorlieben Architektur und Landschaftsgestaltung. Hier gab es auch ein kleines „Klever Kabinett“, wobei deutlich wurde, daß die Zeit des Fürsten in Kleve, die doch immerhin mehr als dreißig Jahre währte, in Siegen kaum ein Thema war. Der Fürst ist – worauf schon sein Leitspruch „Qua patet orbis“ (Soweit der Erdkreis reicht) hinweist – auch in der Klever Zeit viel gereist, war auch häufiger in Siegen, so daß der Blick auf „unseren“ Johann Moritz aus Siegener Sicht sehr aufschlußreich war. Im Museum für Gegenwartskunst, dem Unteren Schloß, wurde den Besuchern die brasilianische Zeit des Fürsten nahegebracht, zu sehen waren die auf Anregung von Johann Moritz entstandenen Bilder, Zeichnungen, Stiche etc. Die sehenswerte Ausstellung in Siegen hätte mehr als die etwa 7000 gezählten Besucher verdient. Beeindruckend waren die Gemälde Albert Eckhouts mit lebensgroßen Darstellungen ethnisch verschiedener Einwohner Brasiliens. Die im „Ethnographic Department Nationalmuseet Kopenhagen“ aufbewahrten Bilder – die den Europäern erstmals realistische Darstellungen der brasilianischen Einheimischen lieferten – hängen zur Zeit im Mauritshuis in Den Haag. Der Klevische Verein bietet am 24. April eine Fahrt dorthin an, so daß die Eckhout-Bilder dort noch einmal bewundert werden können. Bei Drucklegung von „Rund um den Schwanenturm“ gab es noch freie Plätze, Interessenten können sich bei Hans Akens (Tel. 02821 28335) melden.

Zum Abschluß der Fahrt wurde uns ein Blick in die Fürstengruft ermöglicht. Dort stand nicht nur der schlichte, aber massive Holzsarg, in dem Johann Moritz im Jahre 1680 nach Siegen überführt worden ist. Hinter den hölzernen Modeln für den Guß der in Berg und Tal bei Kleve stehenden Tumba – die auf den ersten Blick wie deren Kopie aussieht – befindet sich in der Wand die letzte Ruhestätte des Mannes, der zwar am Ende seines Lebens in seiner Heimat bestattet sein wollte, der aber hier in Kleve seine Leidenschaft der Landschaftsgestaltung ausleben konnte. 

Zur Ausstellung in Siegen ist ein Katalog erschienen: Aufbruch in Neue Welten. Johann Moritz von Nassau-Siegen, der Brasilianer (1604-1679). Hrsg. v. d. Johann Moritz Gesellschaft Siegen e.v. ISBN 3-9805760-9-4 (20 €).

Das anlässlich der Ausstellung neu aufgelegte Sonderheft „Johann Moritz Fürst zu Nassau-Siegen (1604-1679) zur 300. Wiederkehr seines Todestages“ der Blätter des Siegerländer Heimatvereins e.V. (Bd. 56/Heft 1-2 1979) ist seit dem Besuch der Klever sowohl in den Siegener Museen als auch in den dortigen Buchhandlungen und Antiquariaten ausverkauft!