Sektion Schwanenburg ...

Grenzland Post vom 26. Juni 2010

Eine Bombe als Mahnmal

Bürgermeister Theo Brauer hat dem Klevischen Verein eine englische Funf-Zentner-Bombe übergeben. Diese wird nun in der Schwanenburg ausgestellt. Sie soll an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erinnern.

VON MARC CATTELAENS

INFO

Weiteres Exponat

Gemeinsam mit der Fünf-Zentner-Bombe werden zwei Uhrzeiger ausgestellt, die bis zu den Bombardierungen am Schwanenturm angebracht waren. Der große Zeiger hat eine Länge von zwei Metern. Das Zeigerpaar sei 1644 an der Schwanenburg angebracht worden, sagte Scholten. Die Ausstellung im Schwanenturm ist zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen.

Heinz Scholten (l.) vom Klevischen Verein für Kultur und Geschichte und Bürgermeister Theo Brauer begutachten im Innenhof der Schwanenburg die entschärfte und hergerichtete Fünf-Zentner-Bombe.

RP-Foto: Klaus-Dieter Stade

KLEVE Der Tod kam am Nachmittag. Am 7. Oktober 1944 gegen 13.40 Uhr griffen 335 englische Flugzeuge die Stadt an und warfen 1728 Tonnen Spreng- und 90 Zentner Brandbomben auf den Stadtkern von Kleve. Nicht nur die meisten Wohnhäuser wurden zerstört, auch die Schwanenburg war schwer beschädigt. Heute, 65 Jahre später, findet sich wieder eine Bombe im Schwanenturm.

„Diese Bombe soll als Mahnmal dienen, das zu verhindern, wofür sie einst geschaffen wurde"

Die Fünf-Zentner-Bombe ist Eigentum des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte. Sie wird im Schwanenturm ausgestellt und soll an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erinnern. Bürgermeister Theo Brauer übergab das Exponat gestern dem Verein. „An zwei Tagen (7. Oktober 1944 und 7. Februar 1945, d. Red.) legten englische Flieger unsere Stadt in Schutt und Asche", erinnerte Brauer an die Bombardierungen. „Diese Bombe soll als Mahnmal dienen, das zu verhindern, wofür sie einst geschaffen wurde", sagte der Bürgermeister weiter.

Mitarbeiter des Theodor-Brauer-Hauses hatten die Fünf-Zentner-Bombe hergerichtet. Zuvor war sie vom Kampfmittelräumdienst entschärft worden. Brauer erinnerte bei dieser Gelegenheit an die gefährliche Arbeit des Kampfmittelräumdienstes und daran, dass vor wenigen Wochen in Göttingen ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg drei Menschen das Leben gekostet hat. "Auch in Kleve mussten Mitarbeiter des Kampfmittelräumdiensts schon oft Bomben entschärfen. Gott sei Dank ist immer alles gut gegangen", sagte Brauer. Er wisse aus Erzählungen, welch großes Leid die Bomben im Zweiten Weltkrieg über Kleve gebracht haben. „Unzählige Fünf-Zentner-Bomben sind auf Kleve herab niedergerasselt. Ganz Kleve stand in Flammen. Es gab unendlich viel Leid und Elend", so der Bürgermeister. Die im Schwanenturm ausgestellte Bombe soll daran erinnern, dass "Frieden das höchste Gut ist, das wir haben".

Heinz Scholten vom Klevischen Verein für Kultur und Geschichte nahm das Exponat in Empfang. Die Bombe solle als Erinnerung für spätere Generationen dienen, sagte Scholten. Er berichtete von einem Treffen mit einem 60-jährigen Klever, der nicht gewusst habe, dass der Schwanenturm im Krieg zerstört worden war. Scholten wünschte sich, dass die Ausstellung gute Besucherzahlen haben wird. Stadtarchivar Bert Thissen sagte, dass die Nutzung des Schwanenturms als Museum für die Stadtgeschichte ausgebaut werden soll.