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Grenzland Post von Donnerstag, 30. August 2007, RP-Serie "Rheinlandtaler"

Der Herr der Steine

Dr. Franz Bausch entdeckte nach der Pensionierung seine Leidenschaft für die Geologie. Der Laienwissenschaftler erhielt internationale Anerkennung. Seine Funde sind im Geologischen Museum im Schwanenturm zu sehen.

von Werner Stalder

INFO Werdegang

Dr. Franz Bausch erhielt im Hinblick auf seine Verdienste für die Geologie 1981 den Rheinlandtaler. 1983 wurde er zum ersten Ehrenmitglied des Klevischen Heimat- und Verkehrsvereins gewählt. Schließlich wählte ihn die Geologische Arbeitsgemeinschaft 1989 zum Ehrenvorsitzenden. Das Werk von Dr. Franz Bausch wurde gefördert durch die herzliche, interessierte Anteilnahme seiner Frau.

Ein Foto aus dem Jahr 1970: Rheinlandträger Dr. Franz Bausch (links) zusammen mit Dr. Heselmann und Wilhelm van Wickeren bei der Auszeichnung der geologischen Schätze.

Foto: privat

KLEVE „Der Rheinlandtaler steht heute für wichtige Forschungsergebnisse, für erfolgreiche Dienste an unserem kulturellen Erbe. Die Leistungen der Preisträger verleihen dem Rheinlandtaler hellen Glanz, und dieser Glanz strahlt zurück", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Ernst Ermert, anlässlich der Verleihung des Rheinlandtalers an Dr. Franz Bausch am 28. Juli 1981 im Haus Schmithausen in Kleve.

Zusammen mit Dr. Bausch bekam Pfarrer Gerhard Siebers diese begehrte Auszeichnung (darüber wird die RP noch berichten). Dr. Alfons Biermann, Direktor des Rheinischen Museumsamtes in der Abtei Brauweiler skizzierte in seiner Laudatio Dr. Bausch und seine „zwölf Ritter der Schwanenburgrunde" als Laienwissenschaftler auf dem Gebiet der Geologie, deren Arbeit das Interesse der internationalen Fachwelt gefunden hätten.

Nach der Pensionierung konzentrierte sich der Arzt völlig auf die Steine

Der Geehrte wurde 1896 in Kevelaer geboren. Nach dem Abitur am Gaesdoncker Collegium Augustinianum studierte er in Münster und Bonn Medizin. Dem Niederrhein blieb er sein Leben lang verbunden. Seinen Beruf als Arzt übte er zunächst in Elten, danach für einige Jahre in Nassau/Lahn und in Bad Salzbraun bei Breslau aus. Nach zehn Jahren kehrte er an den Niederrhein zurück. 1948 wurde er Röntgenfacharzt am St.-Antonius-Hospital in Kleve.

Nach seiner Pensionierung 1968 fand der vielseitig Interessierte ein neues Betätigungsfeld in der Geologie. Am 9. Oktober 1990 verstarb er im Alter von 94 Jahren. Im seinem Ruhestand ging ein Wunsch in Erfüllung: Er sammelte Steine und konnte sich voll konzentrieren auf die Arbeit an der Gesteinssammlung, die von Klever Sammlern zusammengestellt wurde und die heute im Schwanenturm gezeigt wird. Gemeinsam mit Dr. Wilhelm van Wickeren legte er Wert auf gute Zusammenarbeit mit niederländischen Geologen.

Schönste Funde ins Museum

Beide hatten weiterhin die Gabe, ihre Begeisterung für die Geologie an Freunde weiterzugeben. So entstanden in Kleve die Geologische Arbeitsgemeinschaft und das Geologische Museum im Schwanenturm. Der Freundeskreis war sich einig, dass die schönsten und wichtigsten Funde in das Museum gehörten. „Das Geologische Museum im Schwanenturm in Kleve hat den Vorzug, dass man aus den Fenstern des Turmes deutlich sehen kann, wie die Landschaft weithin in der Eiszeit geformt wurde", vermerkt ein nicht bekannter Zeitzeuge in einem Aufsatz, der sich im Franz-Matenaar-Archiv fand. Seinen wissenschaftlichen Rang erhielt das Museum durch die jahrzehntelange Hilfe des Geologischen Landesamtes in Krefeld. Zur Vertiefung seiner Studien unternahm Bausch gemeinsam mit seiner Frau Reisen in die nordischen Länder.