Sektion Schwanenburg ...

Heimat am Niederrhein, Beilage der NRZ vom 22.03.2007:

Schwan drüber

Singt er oder singt er nicht? Eigentlich egal, Hauptsache er ist da oben.

Besichtigung des Schwanenturms: 

Öffnungszeiten:
April - Oktober: täglich 11-17 Uhr
November - März: samstags und sonntags
oder nach Vereinbarung
Führungen auf Anfrage

Tel. 0 28 21 / 2 28 84

Das Knarzen des Gebälks, das Tönen der beiden Glocken - aber das Singen eines Schwans? „Wenn es kräftig stürmt, wenn der Wind richtig pfeift", so erzählt man sich in Kleve, „dann kann man ihn hören." Klingt ja zu schön, um nicht wahr zu sein. 218 Stufen sind es hinauf bis unters Dach der Schwanenburg. Dem Wahrzeichen der alten Herzogstadt, dessen Name auf die Sage vom Schwanenritter zurückgeht. Bis zu 15.000 Besucher im Jahr zieht die Burg auf dem Steilhang an. Ihnen allen erzählt die Fremdenführerin Anni Langenberg die jahrhundertealte Geschichte der Burg, die streng architektonisch eigentlich ein Schloss ist - mit einem Turm und dem Schwan auf seiner Spitze. In der fünften Etage, wo der Blick bis weit nach Holland reicht, versperrt eine Falltür den Weg auf den Dachboden. Hier oben gongt automatisch alle Viertelstunde die kleine und dröhnt zur vollen Stunde die große Glocke. Und darüber thront seit 1453 der mit Blattgold veredelte Schwan, der im Kern aus Kupferblech besteht. Das Symboltier der Grafen von Kleve dient als Wetterfahne, wie bei vielen Evangelischen Kirchen üblich. Fünf Mal in 500 Jahren ging das Tier zu Boden. Meist, weil der Lack witterungsbedingt ab war. Einmal, weil ein englischer Bomber in den Turm stürzte, am 7. Oktber 1944. Davon zeugen eine Stirndelle und ein Einschussloch am Metallkörper. Ansonsten hockt der Schwan friedlich an seinem Platz, pfeift manchmal vielleicht ein Lied - und weckt die Sehnsüchte der Bevölkerung. Denn in Kleve gilt es als höchster Genuss, einmal im Leben den Schwan zu küssen. Erzählt man sich, pla I Foto: tomo