Sektion Schwanenburg ...

NRZ vom 10. Juli 2012

Kunst auf dem Experimentiertisch

Neue künstlerische Sichtweisen, nie Gesehenes schaffen. Im "ArToll Sommerlabor" arbeiten gut dreißig internationale Künstler gemeinsam am Thema "Naturkunden II"

von Anne Kliem

Bedburg-Hau. Seit 20 Jahren gibt es das „ArToll Kunstlabor“. Eine experimentelle Künstlerschmiede im Haus 6 – einer ehemaligen psychatrischen Krankenstation – auf dem Gelände der LVR Kliniken in Bedburg-Hau. Die Bezeichnung Kunstlabor ist Programm, denn jährlich kommt Kunst im ArToll auf den Experimentiertisch, wird seziert und zu etwas nie Gesehenem wieder zusammengesetzt.

Die Künstlerin Dini Thomsen ist seit der Geburtsstunde des ArTolls mit dabei und sagt: „Beuys war für mich ein Bauer, der sein Feld komplett umgepflügt hat, damit ganz Neues wachsen kann.“ Das inspirierte Thomsen und andere Künstlerkollegen damals zur Einrichtung des Kunstlabors „ArToll“.

Ein Programmpunkt der mittlerweile fest im Jahresplan von ArToll integriert ist, stellt das grenzüberschreitende „ArToll Sommerlabor“ dar. Zum Thema „Naturkunden II“ kommen in diesem Jahr an vier verschiedenen Veranstaltungs- und Ausstellungsorten gut dreißig internationale Künstler mit Wissenschaftlern zusammen, um gemeinsam zu dem Thema zu arbeiten. „Wir sind eine internationale Kontaktstelle von Künstlern für Künstler aus aller Welt. Hier trifft und inspiriert man sich gegenseitig, um mit der Kunst ganz neue Wege zu gehen“, erklärt Dini Thomsen, die Organisatorin des Projekts.

Zentraler Veranstaltungsort ist das ArToll Kunstlabor. In den drei Wochen werden hier Künstler aus aller Welt der Natur auf künstlerischem Weg näher kommen.

Kunst trifft Wissenschaft

Eine ganz besondere Künstlergruppe beginnt ihr künstlerisches Schaffen aber schon im Laufe dieser Woche – eine Schülergruppe aus der fünften Klasse der Karl-Kisters Realschule. Zusammen mit dem Künstler Claus van Bebber werden die Jungs im Wald vor dem ArToll Installationen zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft fertig stellen. „art-crumbles“ ist ein niederländisches Projekt, das mit der Universität Radboud Nijmegen kooperiert. Hier treffen sich je einer von zwölf Künstlern und ein Wissenschaftler der Hochschule und begleiten sich gegenseitig in der Projektphase - ein Pilotprojekt getreu dem Motto „Art meets Science“ – „Kunst trifft Wissenschaft“.

„Wir wissen nicht was passieren wird, aber wir kommen auf keinen Fall, nur um nur Gemälde an die Wände zu bringen“, erklärt die Initiatorin von „art-crumbles“.

Im Klever Schwanenturm arbeitet Anja Maria Strauss. Die Künstlerin verwendet fast ausschließlich Naturmaterialien und will eine Brücke schaffen zwischen der Landschaft vor den Fenstern und der Galerie Kunst im Turm. Im projektraum-bahnhof25.de in Kleve werden drei Künstler installatorisch mit Papier, Erde und Sämlingen experimentieren.

Was in den drei Wochen in den Petrischalen der Künstler heranwächst, wissen die Teilnehmer noch nicht. Die Ideen für die Kunstwerke entstehen erst im Laufe des „Sommerlabors“. Die Besucher dürfen die Ergebnisse, die ab Freitag, 9. August, auf den Vernissagen vorgestellt werden, mit Spannung erwarten – ebenso wie die Künstler selbst.

"Galerie Kunst im Turm":

Vernissage: Sonntag, 12. August 2013 ab 12 Uhr;

Öffnungszeiten: 11. August - 8. September; Montag bis Sonntag: 11 - 17 Uhr.

Finissage aller Ausstellungen: Sonntag, 8. September 2013 ab 15 Uhr

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