Sektion Schwanenburg ...

Grenzland Post von Dienstag, 10. April 2007

Die Frau vom Turm

Dänen, Spanier, Niederländer. Und Klever auch! Anni Langenberg und das Team vom Schwanenturm sind in die Saison gestartet. Beschwerlich? Die Aussicht ins weite Land ist und bleibt eine Touristen-Attraktion ersten Grades.

VON THOMAS CLAASSEN

INFO

Marketing für Kleve

Stadtmarketing - machen die ehrenamtlichen Burgführer auch. Weil viele Touristen beim Stadtbesuch erst mal die Burg ansteuern, bietet sich das auch an. Prospekte, Infos, Bücher über die Stadt, Empfehlungen für den weiteren Aufenthalt in Kleve - das machen die „Klevischen" aus der Burg noch nebenher. Und sie sind fit darin, auch Detailfragen zu beantworten.

 

Die beliebtesten Motive: Anni Langenberg zeigt Postkarten aus dem Sortiment des „Klevischen", rp-foto: Gottfried Evers)

KLEVE „Aus Sage und Geschichte" Kleves in sieben Sprachen - und selbst das ist manchmal noch zu wenig. In Deutsch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch kann Anni Langenberg den Besuchern im Schwanenturm Kleves Geschichte kurz gefasst an die Hand geben. Aber was macht man, wenn, wie jetzt, eine dänische Kleinfamilie (Vater, Mutter, Sohn, elf Jahre alt) vorbei schaut und mal eben die 183 Stufen hinauf in den Turm will? „Deutsch ist gut", sägt der Vater. Und Anni Langenberg - die freut sich. Langeweile? Nein, kein Thema. Unten, im gemütlich gestalteten Empfangs- und Ausstellungsraum des „Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte / Freunde der Schwanenburg" (welch ein Namens-Ungetüm!) geben sich an diesem sonnigen Ferien-Vormittag die Besucher fast die Klinke in die Hand. Gerade steigen die Dänen hinauf in Kleves Wahrzeichen - da naht schon eine stattliche Gruppe aus dem Sauerland („Zehn Kinder-zwei Erwachsene bitte!"). Die Kinder haben sofort Freude an den vom Rhein rundgeschliffenen Steinen, die man beim Klevischen im Schwanenturm als Souvenir kaufen kann. Später! Erst mal rauf in den Turm!

Die Saison

Und jetzt? Die RP nutzt die Chance, das gerade mal keine Besucher kommen. Anni Langenberg erzählt. Saison im Schwanenturm ist ab April und bis Oktober, Führungen aber sind auch in den Wintermonaten nach Voranmeldung möglich. Dann geht's nicht nur in den Schwanenturm, der wunderbaren Aussicht wegen. Anni Langenberg: „Wir beginnen im Gewölbekeller des Spiegelturms!" Denn schon über den gibt es eine Menge zu erzählen. Etwa 90 Minuten dauert so ein Rundgang, und weil es so viel Platz in der Burg gibt, können zwei große Gruppen gleichzeitig ihren Rundgang machen, ohne sich zu stören.

Und woher kommen die Leute? Anni Langenberg muss eine Weile überlegen - weil's erstens so viele Gäste und zweitens so viele Länder sind: „Spanier, Österreicher, ganz viele Niederländer natürlich, aber auch Kanadier und Brasilianer haben wir schon zu Gast gehabt, und Russen, die erzählten, sie stammten aus der Taiga. Sie kamen am nächsten Tag sogar noch mal wieder und brachten als Dank eine Flasche Wodka vorbei!" Seit Anni Langenberg für den Klevischen in der Nachfolge Ernst Lankeits „die Frau im Turm" ist, wurden Wehrgang und Turm entrümpelt, wurde (und das ist besonders wichtig, weil besonders beliebt) der Wehrgang im Zuge der Führungen wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein besonderes Erlebnis - gerade für jüngere Gäste.

Wieso klappt das so gut mit dem ehrenamtlichen Einsatz bei den Führungen? „Ganz einfach: weil wir ein tolles Team sind", sagt Anni Langenberg. Zu dem gehören außerdem Theo Lohmann, Norbert Opgenoorth, Brigitte Raadts und Rudolf Hoymann. Und wer ins dicke Gästebuch schaut, der weiß: Führungen auf der Burg sind wirklich was Besonderes.