Klevischer Verein ...

Pressemitteilung

Land zeigt Eiskeller kalte Schulter



Die Klever Politik möchte das Denkmal aus dem 17. Jahrhundert der Öffentlichkeit zugänglich machen. Bislang scheitert dies an der Finanzierung

Von Andreas Gebbink

Kleve. Man muss ein wenig suchen, bis man ihn überhaupt findet. Der Eiskeller des Klever Tiergartens liegt versteckt am Hang unter der Erde und ist ein praktisches Überbleibsel der historischen Gartenanlagen aus dem 17. Jahrhundert, die auf das Konzept von Johan-Moritz von Nassau-Siegen zurückgehen. Früher war der Eiskeller eine Art Kühlschrank für reiche Leute. Hier wurden Fleisch und andere verderbliche Waren gelagert. Dieser unscheinbare Eiskeller ist über die Jahre in Vergessenheit geraten und soll nach einem einstimmigen Ratsbeschluss saniert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Nur mit der Umsetzung hapert es.

„Das Land ist in der Pflicht, sich um das Denkmal zu kümmern.“
Willibrord Haas, Kämmerer der Stadt Kleve

Im Zuge der Diskussion des Parkpflegewerkes Neuer Tiergarten haben die Grünen erneut beantragt, dass die Sanierung des Eiskellers vorgezogen wird. „Die Sicherung ist äußerst wichtig, zumal Mitte April Bäume gefällt wurden und der Eiskeller mit schwerem Gerät überfahren wurde. Eine Begutachtung ist akut vonnöten“, schreiben die Grünen in einem Antrag an Bürgermeisterin Sonja Northing.

Kämmerer Willibrord Haas weist darauf hin, dass das Grundstück des Eiskellers nicht im Besitz der Stadt Kleve ist. Man habe bereits mehrfach mit dem Landesbetrieb Wald und Holz über eine Sanierung geredet. Dies werde aber immer wieder vom Land abgelehnt. Zuletzt habe Förster Hanns-Karl Ganser im Mai 2016 geschrieben, dass es für eine Herrichtung des Eiskellers kein Geld gebe.

Forst: „Wir sind nicht dagegen“

„Die Stadt hat mehrfach mit dem Land Kontakt aufgenommen. 80 Prozent des Eiskellers gehören dem Forst. Das Land ist in der Pflicht, sich um das Denkmal zu kümmern. Daran sollte man den Eigentümer auch erinnern.“

Der Kulturausschussvorsitzende Jörg Cosar betonte, dass die Politik in Kleve den Eiskeller erlebbar machen möchte, dies sollte das Ziel sein. Über den Weg müsse man sich noch unterhalten. Der CDU-Frak-tionsvorsitzende Wolfgang Gebing regte an, einen Antrag an die neue Landesregierung zu stellen, um eine Unterstützung einzufordem.

Wiltrud Schnütgen (Grüne) erklärte, dass das Land sich bislang aus Kostengründen zurückgehalten habe. Vielleicht könne man über Sponsoren einen Weg finden. Auch der Klevische Verein wäre bereit, einen Beitrag zu leisten. „Es müsste auch nicht so teuer werden. Ein Zugang müsste vor allem geschaffen werden“, so Schnütgen.

Förster Hanns-Karl Ganser sagt im Gespräch mit der NRZ, dass er nicht grundsätzlich gegen eine Öffnung des Eiskellers sei. Allerdings habe ein Gutachten ausgewiesen, dass mit einer Restaurierung erhebliche Kosten verbunden seien. ,Wir wollen aber, dass erst mithilfe von Förderprogrammen der EU geschaut wird, ob eine Finanzierung möglich ist. Es gab mal ein Interreg-Programm für Naturdenkmale, welches jetzt leider ausgelaufen ist. Da hat man versäumt, Anträge zu stellen“, so Ganser. Die Öffnung des Denkmals für Publikum sei „schon sinnvoll. Wir sind nicht dagegen“, so Ganser.

NOTWENDIGE INVESTITIONEN
Auf der Basis bisheriger Untersuchung und Begutachtung sind Investitionen nötig:

1. Die Aushebung des im Laufe der Jahre eingespülten Sandes bis auf den ursprünglichen Boden.

2. Die Freilegung und Sicherung der Belüftungsschächte.

3. Der Einbau neuer abschließbarer Türen.

4. Eine Wiederherstellung der äußeren Gestalt, indem die isolierende Bedeckung des Bauwerks mit einer Erdschicht erneuert wird.