Klevischer Verein ...

Pressemitteilung

1417: Kleve wird Herzogtum







Abbildung: Federzeichnung der Erhebung Adolfs II. von Kleve zum Herzog aus der Konzilschronik des Ulrich Richenthal. Konstanz, Rosgartenmuseum, Hs. 1, fol. 77r.



2017 wird nicht nur das Stadtjubiläum von Kleve begangen. Am 28. April 2017 jährt sich auch zum 600. Mal die Erhebung der Grafschaft Kleve zum Herzogtum unter Adolf II. durch König Sigismund. Damit war ein erster Höhepunkt in der politischen Entwicklung Kleves erreicht, das sich später im Verbund mit dem Herzogtum Jülich-Berg und der Grafschaft Mark zum größten Territorialkomplex im Westen des Reiches entwickeln sollte. Die im 15. Jahrhundert bereits erreichte Bedeutung der ursprünglich kleinen Grafschaft Kleve wurde so auch politisch anerkannt. Zugleich war damit aber auch ein wichtiger Impuls nach innen gegeben, um die klevischen Landstände in Zeiten dynastischer Konflikte zu einen.

Aus Anlass dieses wichtigen Jubiläums haben Dr. Manuel Hagemann (Kranenburg) und Prof. Dr. Hiram Kümper (Mannheim) eine rund 50-seitige, reich in Farbe bebilderte Broschüre erarbeitet, die in einer Feierstunde am 28. April 2017 auf der Schwanenburg der Öffentlichkeit präsentiert wird. In ihr wird nicht nur der Kontext der Herzogerhebung geschildert, sondern ist auch die lateinische Erhebungsurkunde König Sigismunds vollständig abgedruckt und erstmals ins Deutsche übersetzt worden. Die Broschüre wird den Mitgliedern des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte e.v. als Jahresgabe zugestellt. Alle anderen Interessierten können sie für € 4,50 erwerben.

Über die Bearbeiter: Der Kranenburger Manuel Hagemann war Mitarbeiter am Institut für Rheinische Landesgeschichte der Universität Bonn. Er ist dort 2015 über die Regierungszeit Herzog Adolfs II. von Kleve promoviert worden. Danach war er Leiter der Außenstelle Sigmaringen des Erzbischöflichen Archivs Freiburg und hat jüngst an das Landesarchiv NRW in Detmold gewechselt. Hiram Kümper ist Professor für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit an der Universität Mannheim. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte liegt am Niederrhein; u.a. leitet er derzeit die Herausgabe des Kalkarer Urkundenbuches. Für Rückfragen zu Jubiläum und Broschüre stehen beide unter manuel.hagemann[at]web.de bzw. hiram.kuemper[at]uni-mannheim.de selbstverständlich gern zur Verfügung. Bildmaterial kann digital zur Verfügung gestellt werden.




NRZ vom 1. Mai 2017
Historie

Als Kleve zum Herzogtum wurde

Andreas Gebbink


Der Klevische Verein lud zu einer Feierstunde in den Spiegelturm. Neue Beiträge über Adolf II.

In diesem Jahr wird reichlich der Historie der Stadt Kleve gedacht. Denn Kleve wird nicht nur 775 Jahre alt, sondern vor genau 600 Jahren wurde Graf Adolf II. auch in den Herzogstand erhoben und führte damit die kleine Grafschaft am unteren Niederrhein innerhalb weniger Jahre in die obere Klasse der deutschen Regionen. Am vergangenen Freitag lud der Klevische Verein zu einer Gedenkfeier in den Spiegelsaal der Schwanenburg. Die Historiker Manuel Hagemann und Hiram Kümper präsentierten eine neue Studie zur Erhebung der Grafschaft Kleve zum Herzogtum.

Dr. Manuel Hagemann veranschaulichte in seinem Vortrag sehr schön, wie prägend die Jahre von Herzog Adolf II. für Kleve waren. Er ließ 1429 den Spiegelturm der Schwanenburg errichten und später den Schwanenturm. In seiner Ära fällt der Bau der Stiftskirche und der Ausbau des Territoriums wurde in kurzer Zeit - zwischen 1436 und 1448 - entscheidend vorangetrieben. Für Kleve waren das wichtige Jahre und Adolf II. war wohl ein Glücksfall für die Region.

Denn er trieb nicht nur den Ausbau seines Landes voran, sondern er schaffte es auch durch eine gezielte Heiratspolitik die Klever Lande mit den angesehensten Herrschaftshäuser Europas zu verankern. Fortan gab es Verbindungen zum Hause Burgund und zum französischen Königshof. Zudem baute Adolf II. die ersten Verwaltungsstrukturen auf und das Schrifttum wurde systematisch unterstützt: eine Kanzlei wurde gegründet und Wirtschaftsbeamte wurden eingestellt. In Kleve habe es bereits 100 Jahre vor der Reformation so etwas wie ein landesherrliches Kirchenregiment gegeben, so Manuel Hagemann.

Adolf II. verzeichnete auch militärische Erfolge, indem er sein Territorium über den Rhein ausbaute. Emmerich gehörte bald zu Kleve, ebenso das heute niederländische Ravenstein. „Es war eine kurze Zeit des Machtausbaus“, schilderte Hagemann und vieles sei Adolf II. zuzuschreiben: „Die wichtigsten Grundlagen für das Herzogtum hatte sich Adolf selbst erarbeitet“.

Im September 1448 ist Adolf auf der Schwanenburg gestorben: „Er hat der Region seinen Stempel aufgedrückt.“, so Hagemann. Das Bild der Stadt hat er bis heute geprägt.
Der Klevische Verein hat eine Broschüre herausgegeben. 4,50 Euro.



Aufnahmen von der Veranstaltung im Spiegelsaal am 28. April 2017 von © Thomas Velten