Klevischer Verein ...

NRZ-Serie: „Mensch am Mittwoch“

Dieter Heinen hat die Schwanenburg immer fest im Blick

Kristin Dowe,



Mit seinem Verein kümmert sich der Klever seit über 30 Jahren um bauliche Maßnahmen an der Schwanenburg. Kleves Wahrzeichen ist seine Leidenschaft.

Dass am Turm der Schwanenburg seit gestern wieder Fahnen mit dem Klever Stadtwappen wehen, ist vor allem ihm zu verdanken: Dieter Heinen ist seit über 30 Jahren Mitglied im Klevischen Verein und kümmert sich um sämtliche Maßnahmen für Reparatur und Instandhaltung, die an Kleves Wahrzeichen anfallen. Einen besseren Termin konnte der Verein kaum auswählen, denn am gestrigen Tag vor 775 Jahren (Dienstag, 25. April) wurden Kleve die Stadtrechte verliehen.


Dabei war eine Beflaggung lange nicht möglich, da die Fahnenmastkonstruktion im Dachgeschoss des Schwanenturms nicht mehr den Sicherheitsauflagen des Landes entsprach. Diese wurde nun mit Hilfe des Vereins umfassend modernisiert. „Ich fühle mich der Schwanenburg sehr verbunden“, sagt der 73-Jährige, was im Hinblick auf seinen früheren Beruf nicht verwundert, denn Heinen war jahrzehntelang als Objektmanager beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW in Duisburg auch für die Schwanenburg zuständig, die sich im Besitz des Landes befindet.

Das historische Erbe bewahren

In Heinens Leben war die Burg irgendwie immer eine Konstante. In Materborn geboren, hatte er in der Berufsschule während seiner Ausbildung zum Maurer ein Modell der Schwanenburg nachgebaut und war von dem trutzigen, geschichtsträchtigen Gebäude auf Anhieb fasziniert. Später studierte er Ingenieurwesen und widmete sich nach seinem Wechsel in den Ruhestand ganz seiner ehrenamtlichen Arbeit im Klevischen Verein. Dieser hat im Laufe der Jahre bereits einiges bewegt, um das historische Erbe der Schwanenburg zu bewahren und sie zu einem touristischen Anziehungspunkt Kleves zu machen.

„Ich finde es toll, wie die Schwanenburg Geschichte atmet und die verschiedenen Epochen noch an jeder Ecke sichtbar sind“, schwärmt Heinen. Auf welches Projekt er besonders stolz ist? „2012 ist es uns gelungen, das alte Verlies unter dem Schwanenturm komplett zu rekonstruieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf den Fotos sind sogar noch die Fäkalspuren an den Wänden des Verlieses zu sehen, da sich dort früher eine Toilettenanlage für die Häftlinge befand“, erzählt er mit wohligem Schaudern.

Zeiger der Turmuhr stürzte in die Tiefe

Nichts für schwache Nerven. Der klevische Verein hat in dem Verlies eine Kamera installiert, die Bilder aus den düsteren Räumen unter dem Turm überträgt. Die Bilder sind im Eingangsbereich des Schwanenturms zu sehen, wo der Verein auch Marketing-Artikel rund um die Schwanenstadt verkauft. Das Konterfei von Anna von Cleve lächelt keck von T-Shirts.

Auch hat Dieter Heinen während seines Engagements für den Klevischen Verein schon so manche Kuriosität erlebt: So stürzte 2013 ein Zeiger der Turmuhr in die Tiefe, was in der Stadt für einige Aufregung sorgte.

Bauliche Maßnahmen erfordern viele Genehmigungen

Freie Hand hat Dieter Heinen bei den baulichen Maßnahmen allerdings nicht – wann immer der Verein Hand an die Schwanenburg anlegt, muss er dies ausführlich mit dem BLB, der Bezirksregierung, dem Landeskonservator und dem Präsidenten des Landgerichts Gerd Waldhausen abstimmen.

Wenn Dieter Heinen nicht mit der Schwanenburg beschäftigt ist, hält er sich mit Tennis und Golf fit und bereist mit seiner Frau am liebsten die Ostseeinsel Fehmarn. Jetzt freut er sich erstmal, dass Kleve am Schwanenturm neuerdings wieder Flagge zeigt.