Johanna - Sebus - Medaille...

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„Eine neue Johanna"

Marlene Linke, Trägerin der Johanna-Sebus-Medaille, appellierte eindringlich, im Kreis Kleve Pflegestützpunkte zu schaffen. „Ich wünsche uns eine neue Johanna, die aus der Flut der Bestimmungen, den Untiefen der Eigeninteressen und dem Sog der Bequemlichkeit das ans Ufer rettet und sichtbar über Wasser hält, um was es geht: Dass der Mensch am Ende des Lebens seine Würde nicht verliert", sagte sie.

Bürgermeister Theo Brauer überreichte Marlene Linke die Medaille und eine Johanna-Sebus-Rose.

Grenzland Post vom 30. Mai 2009:

Sturmfluten drohen vielerorts

Im Rahmen des Festaktes zum 200. Todestag von Johanna Sebus überreichte Bürgermeister Theo Brauer die Johanna-Sebus-Medaille an Marlene Linke. Obendrein gab es die „Weltneuheit": die Johanna-Sebus-Rose.

VON WERNER STALDER

KLEVE „Der Damm zerreißt, das Feld erbraust, die Fluten spülen, die Fläche saust...", als Wilfried Szubries das Gedicht „Johanna Sebus" von Johann Wolfgang von Goethe vortrug, herrschte in der voll besetzten Stadthalle gespannte Aufmerksamkeit. Alwine Strohmenger-Pickmann, Vorsitzende des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte, hieß die zahlreichen Gäste zum Festakt anlässlich des 200. Todestages von Johanna Sebus, verbunden mit der Verleihung der Johanna-Sebus-Medaille an Marlene Linke, willkommen.

Schatten bis in die Gegenwart

Dr. Hans-Ulrich Foertsch von der Goethe-Gesellschaft Vest Recklinghausen sagte in seinem Festvortrag, das Ereignis vom 13. Januar 1809 werfe bis in die Gegenwart seine Schatten. Das Gedenken an das junge Mädchen aus Brienen, das in den Fluten des Rheins bei einer Rettungstat ertrank, sei immer wieder sehr ergreifend. Anhand des Goethe-Gedichtes zeigte Dr. Foertsch die geschichtlichen Hintergründe und das Handeln von „Schön Suschen", das auch nach 200 Jahren noch lebendig ist, auf. Wilfried Szubries las aus dem Schriftverkehr zwischen Goethe und Zelter. Er nannte die Goethe-Ballade „ein literarisches Denkmal von Bedeutung".

Schülerinnen der Johanna-Sebus-Schule Rindern begleiteten mit einem Tanz die Johanna-Sebus-Kantate von Carl Friedrich Zelter, dargeboten von der Städtischen Singgemeinde Kleve, Leitung Herbert Krey, und den Solisten Anja Speh (Flügel), Miriam Hardenberg (Sopran) und Stefan Burs (Bass) .Roland Verheyen, Initiator und Organisator, führte in die Taufe einer bisher namenlosen Rose ein. Die Prachtrosen, von Heinz Nieborg aus Dülmen gezüchtet, eine „Weltneuheit", wie Verheyen betonte, stände auf der Bühne und wurden von Prof. Dr. Volkmar Hansen, Direktor des Goethemuseums Düsseldorf, feierlich auf den Namen „Johanna Sebus" mit Sekt getauft.

Die Verleihung der Johanna-Sebus-Medaille an Marlene Linke nahm Bürgermeister Theo Brauer vor. Wie einst Johanna Sebus in einer Notsituation zur Retterin ihrer Mitmenschen wurde, so habe sich Marlene Linke seit Jahren mit dem von ihr gegründeten Verein „Gemeinsam statt einsam" für Mitmenschen in einer besonderen Lebenslage eingesetzt. Brauer zitierte den verstorbenen Bischof, Heinrich Maria Janssen, geboren in Rindern: „Es gilt, das verpflichtende Erbe Johanna Sebus' wach zu halten, auch in unserer Zeit, da Sturmfluten von allen Seiten drohen".

Die Geehrte nahm Medaille und eine Johanna-Sebus-Rose entgegen. Die Bemerkung der Jury, sie habe Menschen in der letzten Lebensphase geholfen, „mit Würde das andere Ufer zu erreichen", habe sie „sehr angerührt", so Linke.