Johanna - Sebus - Medaille...

Möchte beim Festakt ihr Anliegen in den Mittelpunkt stellen: Marlene Linke - die sechste Preisträgerin der Johanna-Sebus-Medaille.

RP-Archiv: EVE

Grenzland Post vom 26. Mai 2009:

Medaille für Menschenwürde

Marlene Linke (74) bekommt im Rahmen des Festaktes zum 200. Todestag von Johanna Sebus die Johanna-Sebus-Medaille verliehen. Auf eine Laudatio verzichtet die Journalistin, für sie ist die Botschaft zentral.

VON JULIA LÖRCKS

KLEVE Bescheidenheit ist das schönste Kleid, das eine Frau tragen kann. Marlene Linke trägt es. Denn die Klever Journalistin, die am Donnerstag, 28. Mai, im Rahmen des Festaktes zum 200. Todestag von Johanna Sebus die Johanna-Sebus-Medaille verliehen bekommt, verzichtet auf ihre Laudatio. Ihre eigene Person in den Vordergrund zu stellen, das liegt Linke fern. Stattdessen hält sie an diesem Abend selbst eine Ansprache, in der sie ihr Anliegen - mehr Menschen in Würde zu Hause sterben zu lassen - in den Mittelpunkt stellen wird.

Zöpfe links und rechts

Dabei hat Marlene Linke eigentlich ein Loblied verdient. „Gemeinsam statt einsam" heißt ihr gemeinnütziger Verein, den die 74-Jährige mit den Zöpfen links und rechts im Jahr 1994 gegründet hat. Seitdem leistet sie Hospizarbeit, begleitet Schwerstkranke und Sterbende bei ihrem letzten Gang. Für sie eine Selbstverständlichkeit. „Die Medaille steht stellvertretend für ihre Idee und ihre Mitstreiter", sagt auch Bürgermeister Theo Brauer (CDU), der im Johanna-Sebus-Gremium sitzt. Einstimmig beschloss er und der Klevische Verein für Kultur und Geschichte, der Heimatverein Rindern Arenacum und der Heimatverein „Zur Spoy" die Auszeichnung für Linke.

Bereits zum 6. Mal wird die Johanna-Sebus-Medaille verliehen - diesmal findet die Preisverleihung jedoch in einem ganz besonderen Rahmen statt. „Ein Fest, das nicht nur städtische, sondern auch regionale und überregionale Bedeutung hat", sagt Brauer. Aus diesem Grunde haben sich Alwine Strohmenger-Pickmann, Vorsitzende des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte / Freunde der Schwanenburg, und ihr Team ein abendfüllendes Programm ausgedacht. Die „Johanna Sebus"-Ballade von Johann Wolfgang von Goethe wird ebenso vorgetragen wie eine szenische Lesung aus dem Schriftverkehr zwischen Goethe und Zelter oder eine Johanna-Sebus Kantate.

INFO Sebus-Radtouren

„Auf den Spuren von Johanna Sebus" heißen die Radtouren, die am 21. und 28. Juni sowie am 5. Juli, angeboten werden. Die 3,5 Kilometer langen Touren starten jeweils am Parkplatz Tiergarten. Stationen sind u.a. das Museum Forum Arenacum, das Sebus-Grab und -Denkmal. Kosten inklusive Eintritt, Führung, Kaffee und Kuchen elf Euro. Anmeldung bei Kleve Marketing, Tel. 02821 895090.

Ein weiterer Höhepunkt wird auch die Taufe der Johanna-Sebus-Rose sein, die vom Direktor des Goethemuseums Düsseldorf, Volkmar Hansen, in Anwesenheit des Züchters Josef Nieborg vorgenommen wird. „1894 hat ein Herr Müller aus Weingarten eine Rose nach Johanna Sebus benannt. Kirschrosa und kräftig gewachsen war sie - bevor sie verschwand", berichtet Roland Verheyen vom Heimatverein Rindern Arenacum. Mit Hilfe des Deutschen Rosenverbandes hat er den Züchter aus Dülmen gefunden. Cremefarbend und duftend ist die neue Rose, die derzeit in den Gewächshäusern der Gärtnerei Schneider-Maessen gedeiht. Beim Festakt kann sie vorbestellt werden.