Johanna - Sebus - Medaille...

Marlene Linke

PROGRAMMFOLGE

Wiedergeburt einer Rosenzüchtung

Beim Festakt „Johanna Sebus" am 28. Mai sind Anmeldungen für die neue, creme-farbige Rosenzüchtung „Johanna Sebus" bereits möglich. Dazu wird es auch am 12. Juni ab 19.30 Uhr in der Rinderner Gärtnerei Schneider-Maessen ein Rosenfest geben. Im Herbst sollen die Pflanzen dann herangewachsen sein. Im Rinderner Museum Forum Arenacum ist ab dem 14. Juni die Ausstellung "Johanna Sebus in Literatur und Kunst" zu sehen. Beim Klever Stadtmarketing laufen die Anmeldungen für drei Radtouren (Start: 21. Juni) auf den Spur ren der Heldin. zuk

Johanna Sebus auf einer historischen Schulkarte bei der Rettung ihrer Mutter im Jahr 1809.

Repro: Heinz Holzbach

NRZ vom 26. Mai 2009:

In großer Not geholfen

Johanna - Sebus - Medaille 2009 geht an die Kleverin Marlene Linke / Verdienste um die Hospitzarbeit erworben.

Rolf-Günter Zurek

Kleve. Wenige Tage vor ihrem 75. Geburtstag wird Marlene Linke aus Kleve eine besondere Ehre zuteil: Am Donnerstag, 28. Mai, wird ihr um 19.30 Uhr in der Stadthalle Kleve durch Bürgermeister Theo Brauer die Johanna-Sebus-Medaille verliehen. Mit dem Tod ihres Mannes Klaus Linke im November 2001 konzentrierte sich Marlene Linke, die sich in den Jahren zuvor als Medizin-Journalistin vor allem fürs ZDF einen Namen gemacht hatte, auf die Hospizarbeit.

Würde und Einklang

Dabei ging es ihr bis heute darum, Angehörige zu beraten oder auch schwer kranke Menschen darin zu bestärken, in der häuslich-gewohnten Umgebung in Würde den Tod auf sich zukommen zu lassen, in Frieden zu sterben, mit sich und den Menschen im Einklang.

Ein Gremium aus den Vorständen des Klevischen Vereins, des Heimatvereins Rindern und des Heimatvereins Brienen-Wardhausen vergibt die Johanna-Sebtis-Medaille seit dem Jahr 1984. Motto, so der Prägung zu entnehmen: „Für Hilfe in der Not". Diesem Leitgedanken, so das Gremium, entsprach die diesjährige Preisträgerin Marlene Linke in ganz besonderer Weise.

Eisgang und Dammbruch

Die Zusammenkunft am kommenden Donnerstag, 28. Mai, wird als Festakt ganz im Zeichen des 200. Todestages von Johanna Sebus stehen. Dieser ereignete sich allerdings für die 17-jährige Johanna aus Brienen bei Hochwasser und Eisgang am 13. Januar 1809. Dabei gelang es ihr noch, ihre Mutter vor den steigenden Fluten zu retten. Als sie noch weitere Nachbarn und Kinder in Sicherheit bringen will, brach der Damm. Von Johanna Sebus sollen die Worte stammen: „Sie sollen und müssen gerettet sein" Doch ihr mutiges Vorhaben schlägt fehl.

Bereits im Mai 1809 hatte der Dichterfürst Goethe seine Ballade über ihre Heldentat in Versform gebracht, zum einen, weil er eine Nachricht in einer Zeitung gefunden haben soll, aber auch aus der Bevölkerung darum gebeten wurde: „Der Damm zerreißt, das Feld erbraust, die Fluten spülen, die Fläche saust" - Goethe ist es gelungen, die Dramatik der Rettungsaktion mit den Unbillen der Natur darzustellen. Mit der Folge allerdings, dass diese Ballade gern zum Auswendiglernen in der Schule herangezogen wurde...

 Zum Festakt werden ein Vortrag von Dr. Hans-Ulrich Foertsch von der Goethe-Gesellschaft gehören ("Tod am Niederrhein - Johanna Sebus") sowie Lesungen, vorgetragen von Wilfried Szubries. Und für Roland Verheyen vom Heimatverein Rindern kommt an diesem Abend ebenfalls ein besonderer Moment: die Taufe einer (neuen) Johanna-Sebus-Rose. Sie soll im Herbst in den Handel kommen.