Johanna - Sebus - Medaille...


NRZ "Der Westen" vom 30. September 2017

Johanna Sebus-Medaille für Klever Klosterpforte

von Claudia Gronewald 

Der Verein Klosterpforte Kleve wird mit der Johanna Sebus-Medaille für uneigennützige Hilfe ausgezeichnet. Der Festakt ist am 4. Oktober in der Stadthalle.

Sie wird nur selten verliehen und ehrt Menschen oder Institutionen, die uneigennützig Hilfe leisten. Am Mittwoch, 4. Oktober, 18 Uhr, erhält der Verein Klosterpforte Kleve die Johanna Sebus Medaille. Überreicht wird die Auszeichnung in einem Festakt in der Klever Stadthalle.

Nach Ansicht der Vereine Arenacum und Klevischer Verein für Kultur und Geschichte, die den Preis 1984 gemeinsam mit dem inzwischen aufgelösten Verein Brienen-Spoy aus der Taufe hoben, ist es an der Zeit, das Engagement der vor 35 Jahren ins Leben gerufenen „Suppenküche“ mit der Medaille zu würdigen. „Hier geht es nicht nur um finanzielle Not“, sagte Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing, „hier kümmert man sich auch um seelische Nöte.“ Die Klosterpforte bemühe sich um das soziale Miteinander mitten in „unserer Stadt“. Hier, ergänzte die Vorsitzende des Klevischen Vereins, Alwine Strohmenger-Pickmann, könne jeder hinkommen. „Die Klosterpforte ist nicht nur Mittagstisch, sie ist sozialer Treff.“ Hierher komme, wer Hunger habe, obdachlos, einsam oder arbeitslos sei. Inzwischen, so Strohmenger-Pickmann, habe sich der Kreis erweitert um ausländische Studenten, die hier eine warme Mahlzeit für kleines Geld bekämen.

Turmschätzchen Team überreicht Aktionserlös

Den Festakt am Mittwoch nutzt das Team der Turmschätzchen, um den Erlös aus ihrer Losverkauf- und Spendenaktion der Einzelhändler zur Anschaffung klimaschonender Elektrogeräte zu überreichen. Die Summe von 7116 Euro geht neben der Klosterpforte an das Uedemer Café Konkret und die Arche in Goch. Ebenfalls im Rahmen des Festaktes stellen die beiden Autoren Stadtarchivar Bert Thissen und Historikerin Helga Ullrich-Scheyda eine Publikation mit neuen Forschungsergebnissen zu Johanna Sebus vor. Ullrich-Scheyda wird über „Johanna Sebus. Mythos und Wirklichkeit“ einen Vortrag halten. „Das Buch beschäftigt sich zum einen damit, die tatsächlichen Ereignisse während des Hochwassers im Winter 1809 zu beleuchten“, so Ullrich-Scheyda. Auf der anderen Seite gehe es darum zu erklären, was in der Zeit der napoleonischen Herrschaft in Kleve aus der Tat des jungen Mädchens wurde und wie man ihrer gedachte. Das reich bebilderte Buch wird am 4. Oktober erstmals zum Verkauf angeboten.

Erinnerung an Johanna Sebus wach halten

„Johanna Sebus ist in Kleve noch sehr präsent“, sieht Strohmenger-Pickmann und verweist auf das Denkmal in Wardhausen. Es sei auch weiterhin wichtig die Erinnerung auch bei den Kindern wach zu halten, findet Josef Gietemann, Verein Arenacum, und freut sich darüber, dass Schüler der Johanna Sebus-Grundschule Rindern den Festakt mit einem Tanz bereichern. Musikalisch gestaltet die Städtische Singgemeinde den Abend mit Ausschnitten aus Orffs Carmina Burana. Wilfried Szubries rezitiert die Ballade, die Johann Wolfgang von Goethe zu Johanna Sebus dichtete.