Johanna - Sebus - Medaille...

NRZ vom 22. August 2006

„Genetische Verbindung"

EHRUNG. Nach dem Jahr 1997 wird wieder eine Johanna-Sebus-Medaille verliehen. Sie geht an Dr. Elke Kleuren-Schryvers.

von Rolf Zurek

Dr. Elke Kleuren-Schryvers führt seit dem Jahr 1994 ein „Doppelleben" als Ärztin in Afrika und Kevelaer-Kervenheim.

KLEVE / KEVELAER. Kleves Bürgermeister Theo Brauer sparte vor der Verleihung der Johanna-Sebus-Medaille am kommenden Freitag an die Vorsitzende der „Aktion pro Humanität", Dr. Elke Kleuren-Schryvers, nicht mit Vorschusslorbeeren. Mit der in den Hochwasserfluten bei Brienen am 13. Januar 1809 bei einem Rettungsversuch umgekommenen Johanna Sebus verbinde die am 25. August ab 17 Uhr in der Klever Stadthalle zu Ehrende nicht nur in etwa der Geburtsort, vielleicht sogar eine „genetische Verbindung", auf jeden Fall aber eine innere Einstellung des Helfenwollens.

Zuletzt waren die Oderhelfer dran

Wenn es jetzt seit der Stiftung dieser Medaille im Jahr 1984 zur fünften Verleihung komme, so der Gremiums-Vorsitzende Heinz Scholten, so sei es jetzt nach mehrjähriger Pause an der Zeit gewesen, speziell Dr. Elke Kleuren-Schryvers, ihre Aktion, ihre Mitglieder, damit zu bedenken.

Dem konnten im Vorfeld Josef Gietemann vom Heimatverein „Arenacum" Rindern, Peter Klein, Heimatverein „Zur Spoy" Brienen-Wardhausen und Alwine Strohmenger-Pickmann vom Klevischen Verein voll und ganz zustimmen.

Mittlerweile widmet sich Dr. Elke Kleuren-Schryvers (geboren 1959) seit 1994 als Arztin und Koordinatorin in der Entwicklungszusammenarbeil im westafrikanischen Benin der humanitären Hilfe, ist daneben aber auch als „Landärztin" in Kevelaer-Kervenheim anzutreffen.

Wenn es am 25. August in der Stadthalle zur Ehrung kommt, wird mit Professor Dr. Dr. Reiner Körfer (ebenfalls aus Kleve-Kellen stammend), ärztlicher Direktor des Herzzentrums NRW in Oeynhausen, ein Festredner auftreten, zu dem Dr. Elke Kleuren-Schryvers eine besondere Beziehung hat. Bei ihm als namhaftem Herzchirurgen promovierte sie. Professor Körfer ist heute Kuratoriumsmitglied der Stiftung „Aktion pro Humanität". Die Realschule Kellen (Klasse 9d) wiederum wird das Festprogramm bereichern mit einer Klanggeschichte zum Thema Johanna Sebus, und Dr. Elke Kleuren-Schryvers will ihre Dankrede unter die Aussage stellen „Das Ende der Armut ist möglich". Zu diesem Festakt sind auch Gäste willkommen. Am kommenden Wochenende wird sich eine Delegation aus Benin in Kleve aufhalten, um als besondere Geste und Zeichen der Verbundenheit am Festakt teilzunehmen. In der Stadthalle werden dazu afrikanische Kunstwerke gezeigt.